Ausbildungsmarkt

Flirtbörse für Firmen und Schulabgänger

Reinbek. Unternehmen und Schüler haben am 18. und 19. September beim ersten Reinbeker Ausbildungsmarkt im Sachsenwald-Forum die Gelegenheit, unverbindlich miteinander zu "flirten". Es soll ein nettes Kennenlernen in lockerer Atmosphäre werden, späteres Wiedersehen nicht ausgeschlossen.

"Als ich mich nach meinem Amtsantritt bei Reinbeker Firmen vorgestellt habe, hörte ich immer wieder, wie schwer es sei, gute Auszubildende zu bekommen", sagt Reinbeks Bürgermeister Axel Bärendorf. Was können wir tun?, fragte er Experten des Verbands der südholsteinischen Wirtschaft (VSW), der Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) und der Bundesagentur für Arbeit. Schnell war die Idee eines Ausbildungsmarktes geboren, bei dem Firmen und Schüler miteinander ins Gespräch kommen können. "Man kann als Stadt nicht immer nur Gewerbesteuer einnehmen, sondern ist für seine Firmen vor Ort auch verantwortlich", erklärt Bärendorf sein Engagement. Die Stadt rechnet damit, dass an die 3000 Besucher - Lehrer, Eltern, Schüler - an den zwei Tagen kommen werden.

In den kommenden Tagen wird Axel Stehr, Hauptgeschäftsführer des VSW, an die 250 Firmen in der Region anschreiben, um für die Teilnahme an den 40 Informations- und Kennenlern-Ständen zu werben. Das Ziel: Möglichst alle Berufsgruppen abdecken. "Wir wünschen uns auch die Teilnahme von vielen Handwerksbetrieben, die Haupt- und Realschülern ihre Arbeit anhand von praktischen Beispielen vorführen", sagt Heike Bretzke, Sachgebietsleiterin im Amt für Bildung, Jugend und Soziales der Stadt Reinbek. Während sie in engem Kontakt mit den Schulen steht, kennt Axel Stehr die Probleme der Unternehmen aus Gesprächen sehr gut. "Zum einen bewerben sich viele Schulabgänger gern bei Firmen in Hamburg. Da liegen wir im Konkurrenzkampf mit dem großen Bruder. Zum anderen erfüllen viele Schüler die Anforderungen nicht mehr, haben schlechte Schulleistungen." Das wissen auch die Schulen selbst, die der VSW genau auf diesen Punkt angesprochen hat. "Es ist jedoch ein gesamtgesellschaftliches Phänomen. Was die Kinder nicht von zu Hause mitbekommen, können Kindergärten und Schulen nur schwer aufholen", sagt Bärendorf. Er ist erstaunt darüber, dass viele Schüler, wie Georg Frank von der WAS festgestellt hat, orientierungslos bei der Berufswahl sind. Obwohl auch er lachend zugibt: "Erst wollte ich Pilot werden, dann Toningenieur. Nun bin ich Bürgermeister."

Schüler, die sofort den richtigen Weg einschlagen wollen, sind am Freitag, 9 bis 17 Uhr, und Sonnabend, 10 bis 16 Uhr, im Sachsenwald-Forum, Hamburger Straße 8, willkommen. Der Unterricht fällt teilweise aus, die Jugendlichen gehen mit ihren Lehrern zum Ausbildungsmarkt.

"Viele Reinbeker Firmen haben Probleme, ihre Ausbildungsplätze mit guten Leuten zu besetzen." Reinbeks Bürgermeister Axel Bärendorf