Naturschutz

Hinschendorfer stellen sich vor Weißtanne

Reinbek (amü). Die Absperrbänder sind gespannt. Kommende Woche soll die Weißtanne auf einem Baugrundstück am Kreutzkamp der Säge zum Opfer fallen. Hinschendorfer sind alarmiert, denn die Baumschutzsatzung der Stadt rettet den etwa 40 Meter hohen Baum nicht vor dem Fall.

Tannen und Fichten stehen nicht unter Schutz. Der Nadelbaum auf dem Privatgrundstück darf bis zum 15. März jederzeit gefällt werden.

Dagegen regt sich Protest. Ursula Krüger: "Die Tanne prägt den Stadtteil an markanter Stelle. Ich kann nicht nachvollziehen, dass Tannen und Fichten nicht unter die Satzung fallen, nur weil sie keine heimischen Bäume sein sollen."

Obwohl die Tanne nach Auskunft von Umweltamtsleiter Jürgen Vogt-Zembol in süddeutschen Gefilden heimisch ist, findet auch er es "sehr schade", dass der Baum gefällt werden soll. Reinbek sei nicht die einzige Kommune, die Tannen und Fichten nicht unter Schutz stellen würde. Einige Kommunen hätten überhaupt keine entsprechenden Verordnungen. Auch in Reinbek ist die Baumschutzsatzung nicht unumstritten, wäre 2005 wäre fast in den politischen Gremien gekippt worden. Jährlich, so Vogt-Zembol, beantragen etwa 150 Reinbeker eine Fällgenehmigung für geschützte Bäume.

Baumschutzsatzung

Nach § 3 der Satzung sind geschützt: alle Bäume mit einem Stammumfang ab 100 cm, einschließlich Esskastanien und Nussbäume, sowie Obstbäume mit einem Stammumfang ab 130 cm, mehrstämmige Bäume, wenn die Summe der Stammumfänge mindestens 100 cm beträgt und wenigstens ein Stamm einen Stammumfang von mindestens 50 cm aufweist. Nicht unter den Schutz fallen Scheinzypressen, Lebensbäume, Fichten und Douglasfichten.

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