Im Gespräch

Was macht eigentlich Detlef Palm?

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Thomas Voigt

Foto: Thomas Voigt

Reinbek. "Es gibt ein Leben nach dem Rathaus", sagt Detlef Palm in bewährt markiger Wortwahl, "und dieses Leben ist selbstbestimmter als früher."

Die Entscheidung, so Reinbeks früherer Bürgermeister, für dieses Amt nicht wieder anzutreten, sei ihm seinerzeit nicht leicht gefallen. "Aber ich bereue sie nicht", beteuert Palm, der im vergangenen Sommer das Bürgermeisteramt an den jetzigen Verwaltungschef Axel Bärendorf übergab. "Beim Neujahrsempfang nicht Gastgeber zu sein und tausend Hände zu schütteln, sondern als einfacher Bürger in der Schlange zu stehen, das hat mir schon gefallen."

Ganz und gar hat Detlef Palm den kommunalen Angelegenheiten freilich nicht den Rücken gekehrt. Seit Anfang des Jahres verrichtet er einen respektablen Halbtagsjob: Als Geschäftsführer des Verbands Kommunaler Unternehmen (VKU), Landesgruppe Nord, vertritt er die Interessen von mehr als 100 Stadtwerken oder vergleichbaren Ver- oder Entsorgungsunternehmen mit kommunaler Anbindung in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Bis zum Jahreswechsel hatte der bundesweit aufgestellte Verband mit mehr als tausend Mitgliedsunternehmen nur an seinem Hauptsitz in Berlin einen hauptamtlichen Geschäftsführer; die Landesgruppen wurden ehrenamtlich von deren Vorsitzenden geleitet. Bei der Besetzung der neu eingerichteten Teilzeitstelle für den Norden fiel die Wahl auf Reinbeks Ex-Bürgermeister, weil dieser als Vorsitzender des Schleswig-Holsteinischen Städtebundes schon jahrelang im VKU-Landesvorstand mitgearbeitet hatte. Einen Büroraum für seine Geschäftsstelle fand Detlef Palm beim E-Werk in Reinbek.

Hauptaufgabe des VKU und seines Geschäftsführers ist neben der Rechtsberatung seiner Mitglieder die Vertretung der Interessen der Stadtwerke-Betriebe bei den Landesregierungen, Landtagen, Regionalausschüssen oder bei der Bundesnetzagentur. "Die kleinen Kommunalen werden nämlich allzu gern untergebuttert zugunsten der großen privaten Energieversorger", sagt Palm. Dabei seien die Stadtwerke oftmals die günstigsten Anbieter von Gas oder Strom, da sie keine hohen Ausgaben für Vorstandsgehälter oder Werbung hätten.

"Ich bin jetzt viel unterwegs", sagt Detlef Palm. Aber neulich, da fiel der Bürgermeister a. D. in alte Gewohnheiten zurück. Pastor Benedikt Kleinhempel hatte ihn gebeten, im Gottesdienst zu sprechen. Er wäre nicht Detlef Palm, hätte er da nein gesagt, und so las er vor der versammelten Gemeinde die Bibelpassage "Die Weisheit von oben". Dann folgte Palm einer Einladung zur Vernissage in einer Reinbeker Kunstgalerie und nahm nachmittags an der Eröffnung der Ausstellung "Das Leben der kleinen Leute" im Museum Rade teil. Da stand er nun wieder mitten im öffentlichen Leben, und gibt zu: "Plötzlich war mir so, als wäre ich wieder Bürgermeister."

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