Expo-Maskottchen

Aumühler schlägt Brücke zwischen Europa und Asien

Aumühle. Das offizielle Maskottchen der Expo 2010 in Shanghai ist himmelblau, hat fröhliche große Augen und verbreitet gute Laune. Die Inspiration für das kleine Männchen namens "HaiBao", das bald der ganzen Welt bekannt sein wird, hat der Aumühler Ulf Ludzuweit in einem jahrelangen künstlerischen Schaffensprozess gegeben. "Meine eurasische Figur hat die Gestaltung des Maskottchens mit beeinflusst", sagt der 48-Jährige.

Der Aumühler hat an der Fachhochschule für Gestaltung in Hamburg (heute Hochschule für angewandte Wissenschaften) Illustration und Malerei studiert, war jahrelang als Theatermaler in der Hamburger Kulturszene aktiv und arbeitet heute als Gebrauchsgrafiker, Mediengestalter und freischaffender Künstler. Zusammen mit seinem Partner Dr. Thomas Kiefer interessiert er sich seit Jahren für die chinesische Kultur, arbeitet sogar als Gastdozent an der Universität Tongji.

"Wenn man sich für ein Thema interessiert, bekommt man schnell Kontakte zu den Menschen vor Ort", sagt Kiefer, der als Wirtschaftsjournalist arbeitet. Er ist sicher: "Die Chinesen wissen sofort, worum es geht, wenn sie die eurasische Figur sehen." Form und Darstellung sind angelehnt an das chinesische Zeichen für "Mensch" . Demnach sei es nur folgerichtig, dass dieses Zeichen die Grundlage für das Expo-Maskottchen sei. Schließlich seien es immer die Menschen, die eine Weltausstellung mit Inhalt füllen.

Darüber hinaus möchte Ludzuweit mit seiner Figur eine Brücke zwischen Europa und Asien schlagen. "Das Symbol ist nicht nur ein chinesisches Schriftzeichen. Schon im Mittelalter tauchen in Gemälden Kopffüßler auf, die dem Symbol sehr ähnlich sehen und die die damals auseinander brechende mittelalterliche Gesellschaft symbolisieren."

Das Maskottchen sei der Versuch, komplexe Zusammenhänge wieder auf ein einfaches Symbol zu reduzieren. "So was denkt sich keine Werbeagentur in ein paar Monaten aus. Da steht immer ein ganz langer künstlerischer Prozess dahinter", so Kiefer. Erstmals findet sich das Motiv in Bildern, die Künstler Ludzuweit bereits Ende der 80er-Jahre gemalt hat. Immer wieder taucht es in abgewandelter Form in Bildern auf. Ulf Ludzuweit betont: "Das Maskottchen ist Werbung, meine Figur ist Kunst."