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CDU beharrt auf Beirat für behinderte Menschen

Reinbek (sho). Obwohl die CDU im Sozialausschuss nicht nur im Dezember, sondern auch auf der letzten Sitzung am 13. Januar mit der Idee gescheitert ist, nicht nur einen Beauftragten für behinderte Menschen, sondern gleich einen Beirat einzurichten, reicht sie jetzt erneut einen gleichlautenden Antrag ein.

Über den soll der Sozialausschuss am 10. Februar entscheiden. Grund: "Die sehr große Zahl der Menschen mit Behinderung in Reinbek signalisiert eine Vielfalt von Problemen, die eine Person ehrenamtlich nicht abarbeiten kann", so CDU-Pressesprecher Klaus Köpke.

Nach Informationen der Verwaltung und des Landesamtes für soziale Dienste leben in Reinbek derzeit 4669 Menschen mit Behinderung, 2773 von ihnen haben einen Behindertenausweis, sind also zu mehr als 50 Prozent behindert. Die positiven Erfahrungen mit dem Seniorenbeirat zeigten, so die CDU, dass dieses Organisationsmodell auch für behinderte Menschen erfolgreich sein könnte. Ein demokratisch gewählter Beirat gewährleiste, dass die Interessen der großen Gruppe gegenüber Verwaltung und Politik wahrgenommen werden könnten. Zudem seien bei der Unterschiedlichkeit der Behinderungen auch vielfältige Erfahrungen bei der Interessenvertretung nötig. Deshalb biete es sich an, die Aufgabe auf mehrere ehrenamtliche Engagierte zu verteilen.

Der an Multipler Sklerose erkrankte Reinbeker Norbert Dähling, der die Diskussion mit angestoßen und begleitet hat, hält von einer Beiratslösung jedoch nicht viel. Ein kompetenter Ansprechpartner reiche vollkommen aus, um die Belange Behinderter zu vertreten. Bei einem Gremium bestehe die Gefahr, dass sich letztlich niemand wirklich verantwortlich fühle. Damit sei niemandem geholfen, so Dähling.