Unglück

Fischsterben am Silker Teich

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Susanne Holz

Reinbek. Bei 86 toten Fischen hat Hartmut Kehr aufgehört zu zählen. Dem 44-jährigen Reinbeker blutet das Herz, wenn er sieht, dass der Großteil seiner Zucht im Silker Teich an der Sachsenwaldstraße verendet ist.

Nachdem ein Unbekannter den Wasserzulauf verschlossen hat, sind unzählige Fische elendig im Eis verendet.

"Wie viele es genau sind, können wir erst sehen, wenn das Eis abgetaut ist", sagt Kehr. Unter der Eisschicht sind die Körper von Aalen, Hechten, Karpfen, Lachsforellen und Schleien klar zu sehen. Hilflos waren sie dem Eis ausgeliefert. Es sind nicht nur ausgewachsene Tiere, auch den Nachwuchs hat es erwischt.

Die Ursache für das Massensterben war schnell gefunden. Ein Unbekannter hatte den Zulauf zu dem Fischteich professionell mit einem Gummistopfen verschlossen. "Er passte haargenau zu dem Rohr", so der Reinbeker. Das Problem: Der Wasserspiegel sank rasant, nachdem kein Wasser mehr nachfloss. Die Tiere hatten unter der immer dicker werdenden Eisschicht keine Überlebenschance mehr. Sie sind im Eis regelrecht eingefroren. Warum der Unbekannte den Zulauf verschlossen hat und dafür sogar über einen kleinen Maschendrahtzaun geklettert ist, kann Kehr sich nicht erklären. "Möglicherweise möchte uns jemand schaden, aber ich habe keine Ahnung, warum." Er zieht auch in Betracht, dass sich der Unbekannte nicht über die Konsequenzen seines Tuns im Klaren gewesen ist.

Der Reinbeker, der seit Jahrzehnten angelt, hat den Silker Teich zusammen mit drei anderen Familien gepachtet. "Wir interessieren uns für die Natur, wollen hier Fische aufwachsen sehen", sagt der Spediteur. Die Pächter angeln nur für den Eigenbedarf, versorgen sich und ihre Kinder mit frischem Fisch. Zusammen ist ihnen schätzungsweise ein Schaden von rund 2000 Euro entstanden. Hinzu kommen die Kosten für den Abtransport und die Tierverwertung. Die Angler haben den 1000 Quadratmeter großen Teich vor drei Jahren gepachtet und damals angefangen, Tiere einzusetzen. Zudem haben die Naturfreunde Schilf gepflanzt, Wege befestigt und Entenhäuser aufgebaut. Selbst im Winter tummeln sich derzeit zahlreiche Enten auf dem Silker Teich. Erst im Frühjahr können die Pächter wieder Fische einsetzen.

Hartmut Kehr hofft, dass sich der Unbekannte bei ihm meldet, die Sache aufklärt. Ansonsten bittet er Spaziergänger, die etwas Ungewöhnliches bemerkt haben, der Polizei Hinweise zu geben. Zeugen erreichen die Polizei unter der Telefonnummer (040) 727 70 70.

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