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"Verschuldung schränkt Handlungsspielraum ein"

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Reinbek (tv). Die 90 Gäste des traditionellen CDU-Entenessens in Prahls Gasthof verbanden am Freitag einen genussvollen Abend mit politischer Diskussion.

Und mussten dabei auch harte Brocken schlucken:

"Deutschland zahlt jährlich 40 Milliarden Euro Schuldenzinsen", erklärte ihnen der Gastreferent Dr. Ole Schröder, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Rellingen/Kreis Pinneberg. "Das sind zehn Milliarden mehr als die jährlichen Ausgaben für unsere Streitkräfte und halb so viel wie unsere Rentenausgaben von jährlich 80 Milliarden Euro", rechnete der Finanzexperte vor. Dass Verschuldung die Entscheidungs- und Handlungsfreiheit einschränke, sei für Deutschland schmerzlicher, finanzpolitischer Alltag.

Die von der Bundesregierung beschlossenen Bankenrettungs- und Konjunkturpakete im zweistelligen Milliardenbereich müssten daher zwingend einmalig bleiben in einer außergewöhnlichen Krisensituation. "Der Staat ist in dieser Situation der einzige, der noch antizyklisch handeln kann. Er ist aber nicht der bessere Unternehmer." Allein 2009 werde sich Deutschland mit 350 Milliarden Euro bei seinen Bürgern neu verschulden: "Wenn wir so weitermachen, dann sind auch unsere Bundesanleihen bald nicht mehr so sicher wie ihr Ruf, sondern werden im Ranking deutlich sinken", warnte Schröder. Stattdessen müsse angestrebt werden, die neuen Schulden so schnell wie möglich wieder zu tilgen. Worte des Trostes und der Hoffnung für sein Publikum fand Ole Schröder in der chinesischen Philosophie und Sprachkultur: "Die Chinesen haben dasselbe Schriftzeichen für ,Krise' und ,Chance'. Und im chinesischen Horoskop ist 2009 das Jahr des Ochsen. Der gilt dort als gewissenhaft und konzentrationsfähig." Auch Europa, Deutschland und Reinbek stünden jetzt eine Ochsentour bevor, bei der stets ein klarer Kompass gefordert sei.

Noch bevor die Ente serviert wurde, hatte CDU-Chef und Gastgeber Hermann Butzke Reinbeks Bürgervorsteher Lothar R. Zug, Bürgermeister Axel Bärendorf, den Chef der Stormarner CDU-Kreistagsfraktion Joachim Wagner und den Glinder Bürgervorsteher Eberhard Schneider begrüßt. Der Bundestagskandidat der CDU für den Wahlkreis Herzogtum Lauenburg/Stormarn-Süd, Norbert Brackmann versprach in Anspielung an seinen unzuverlässigen Vorgänger Carl-Eduard von Bismarck: "Ich werde zu Ihren Einladungen nicht nur versprechen zu kommen, sondern es tatsächlich tun."

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