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Kaufmannsgeschichte von Übersee nach Reinbek

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Der Name Nölting verkörpert seit fünf Generationen eine erfolgreiche Kaufmannsgeschichte.

. An ihrem Firmensitz an der Röntgenstraße verbindet die Firma heute in Reinbek Tradition und Innovation. Mikrofasertücher, Schwämme, Vliesstoffe, Haushaltshelfer und Scheibenversiegelungen umfassen die Produktpalette des Unternehmens, das am Freitag sein 150. Jubiläum mit einem Empfang (11 Uhr) im Schloss feiert.

Alles begann mit der Entdeckungslust des Firmengründers: Er sei "auf gut Glück" nach Haiti gesegelt, hatte Jacques Emile Louis Alexandre Nölting berichtet. Er nutzte wie andere Kaufleute die fallenden Handelsbeschränkungen in Übersee und gründete 1858 die Firma Emilie Nölting & Co. KG. Das Unternehmen handelte mit Waren aller Art zwischen Europa und Lateinamerika.

Heute ist die Reinbeker Firma auf die Produktion und den Import von Haushaltsartikeln, wie zum Beispiel Mikrofaser-Reinigungstücher der Marke Enpur spezialisiert. Die Buchstaben E und N erinnern an Emile Nölting. PUR stammt aus dem Lateinischen (purus gleich rein).

"Tradition ist ein Handschlag zwischen Altbewährtem und Investitionen in die Zukunft", beschreibt Gesellschafter und Geschäftsführer Edgar von Hobe die Geschichte und Philosophie der Firma Emile Nölting GmbH & Co. KG. Nach der Übernahme 1986 hat der Ur-Ur-Enkel des Gründers mit Haushalts- und Reinigungsartikeln das Geschäft auf eine andere Basis gestellt.

Ein Großteil der Produkte ist selbst entwickelt, durch Gebrauchsmuster geschützt und zum Patent angemeldet. Dieser Weg soll fortgesetzt werden. Mitgesellschafter und Produktmanager Nicolaus von Hobe: "Innovationen basieren auf Bewährtem, das durch die Erfahrung der Praxis weiterentwickelt wurde." Dafür drehe ein kleiner Stamm von fünf Mitarbeitern an einem "großen Rad", sagt Edgar von Hobe.

Die Globalisierung sehen die Verantwortlichen auch als Herausforderung. Der Portugiese Hélio Lopes Mendes, ebenfalls Gesellschafter und Produktmanager: "Unternehmer, die sich davor fürchten, erkennen, dass ihre Produkte nicht gut genug sind, um sich dem internationalen Wettbewerb zu stellen." Elektronische Kommunikationsmittel bis hin zur weltweiten Vernetzung per Internet als wesentliche Hilfsmittel des Handels sind erst nach Gründung der Firma Nölting erfunden worden. Gleichzeitig hat sich das Reisen enorm beschleunigt. Heute wie in den Anfängen des Unternehmens werden Beweglichkeit im Denken und Handeln sowie persönlicher Einsatz groß geschrieben.

Dies reicht bis zum sozialen Engagement. Emile Nölting gehörte zu den Initiatoren des Hamburger Marien-Krankenhauses und schuf die Grundlage für das "Nöltingstift" der Grauen Schwestern. Edgar von Hobe und seine Frau Marion, Mitgesellschafterin der Firma, unterstützen Projekte der Johanniter Unfall Hilfe und des Malteser Hilfsdienstes. Zum Beispiel das Kinder- und Jugendwerk "Die Arche" im Raum Hamburg, den Pädagogischen Mittagstisch, Quickborn, und die "Schule der Armen" im litauischen Kaunas. Dort werden Straßenkinder betreut, verpflegt und unterrichtet.

( (eb) )

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