Freiwillige Feuerwehr

"Wir arbeiten, wenn Sie feiern"

| Lesedauer: 2 Minuten
Susanne Holz

Reinbek. Egal, was heute Nacht passiert, die Retter sind nicht weit entfernt. Während die meisten Reinbeker heute die Nacht zum Tag machen, halten die Helfer in der Not ihnen den Rücken frei.

Silvester halten sie dem Partyvolk den Rücken frei, damit das es richtig krachen lassen kann.

35 Feuerwehrleute stoßen heute mit Selters statt Sekt an, bleiben laut Einsatzplan auf Anweisung nüchtern, um im Ernstfall hundertprozentig einsatzbereit zu sein. Sie machen das alles freiwillig, opfern ihre Freizeit, um für andere da zu sein. Das Besondere: Sie machen keinen großen Wind um ihre Tätigkeit. "Wir machen das gern, feiern kann man ja auch an anderen Tagen", sagt Sebastian Schymanski, stellvertretender Ortswehrchef in Ohe. Der Hamburger Berufsfeuerwehrmann Nico Raubner, der in seiner Freizeit noch in der Reinbeker Wehr aktiv ist, wohnt direkt über dem Gerätehaus an der Klosterbergenstraße und lädt heute ein paar Kameraden zur alkoholfreien Party nach Hause ein. Wenn es brennt, sitzen die Männer binnen zwei Minuten im Auto. Karsten Hein, Reinbeks Gemeindewehrführer, kann sich auch heute auf seine Mannschaft verlassen.

Erfahrungsgemäß werden die Kameraden der Ortswehren Reinbek, Neuschönningstedt und Ohe heute mindestens zwei bis drei Mal ausrücken. Eine Silversternacht ohne kleinere Brände oder Unfälle wäre wünschenswert aber wenig realistisch.

Die erfahrenen Kameraden wissen, dass die Gefahr nicht erst um zwölf Uhr nachts beginnt. "Viele Eltern lassen ihre kleinen Kinder schon nachmittags unbeaufsichtigt mit Raketen und Böllern spielen. Das ist unglaublich gefährlich", warnt Hein und betont, dass derlei Spielereien nicht nur sprichwörtlich ins Auge gehen können. Auch Raketen und Böller aus Osteuropa stellen für ihn und seine Kameraden eine große Unfallgefahr dar. "Die haben eine drei- bis viermal größere Durchschlagskraft als Knallkörper aus Deutschland und können immensen Schaden anrichten", sagt Christian Johns, stellvertretender Wehrführer der Ortswehr Reinbek.

Man könne es gar nicht oft genug sagen, so Hein: "Raketen und Böller sollte man niemals anzünden, wenn man sie in der Hand hält, immer einen Sicherheitsabstand einhalten." Wer nicht möchte, dass sein Eigenheim in Flammen aufgeht, sollte die Fenster schließen, bevor er zur Party geht. Querschläger haben so kaum eine Chance, die Wohnung in Brand zu setzen. Darüber hinaus danken es die Besitzer von Reetdachhäusern, wenn man um ihr Anwesen mit Feuerwerkskörpern einen großen Bogen von mindestens 180 Metern macht.

Wenn alle heute diese Grundregeln einhalten, könnte die Feuerwehr Reinbek das Jahr 2008 mit einer erfreulich geringen Einsatzzahl von 250 abschließen.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Reinbek