Krankenhaus

15 Geburten - Baby-Boom im St. Adolf-Stift

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Reinbek (sho). Sollten sich heute Abend nicht rechtzeitig alle Geschenke unter dem Weihnachtsbaum stapeln, könnte es daran liegen, dass derzeit der Klapperstorch dem Christkind die Flugbahn versperrt.

Im Krankenhaus St. Adolf-Stift ist in den vergangenen Tagen der Baby-Boom ausgebrochen. "Wir hatten 15 Geburten", freut sich Oberarzt Arno Ludolph. Er selbst hat am vierten Advent einem gesunden Zwillingspärchen per Kaiserschnitt auf die Welt geholfen. "Ein tolles Ereignis", schwärmt der Geburtshelfer. Heute wird es ganz besonders spannend für das Team aus Ärzten und Hebammen: Wird es ein Weihnachtsbaby geben?

"Unser Weihnachtsbaby-Rekord liegt bei sieben Neugeborenen in einer Nacht", erinnert sich Chefarzt Knut Schirrmacher an einen Heiligabend in den 80er-Jahren. Sollten heute gleich bei mehreren Schwangeren die Wehen einsetzen, wäre das auch kein Problem. "Wir haben noch keine werdende Mutter weggeschickt. Bislang haben wir noch jedes Baby auf die Welt gebracht", sagt Schirrmacher. In diesem Jahr wurden bereits 662 Babys geboren. Der Chefarzt hofft, dass es noch an die 700 werden.

Hebamme Bernhild Gütschow kennt den besonderen Moment, wenn ein kleiner Mensch am Heiligabend auf die Welt kommt und gleichzeitig im Hintergrund die Kirchenglocken läuten. "Eigentlich ist es ein Tag wie jeder andere. Babys, die auf die Welt kommen möchten, nehmen auf Weihnachten keine Rücksicht. Andererseits ist es eben doch etwas ganz Besonderes." Wer gerade noch gemütlich bei Gans und Rotkohl neben der geschmückten Tanne gesessen hat, brauche manchmal ein bisschen länger um zu realisieren, dass der Nachwuchs jetzt nach zehn Monaten Wartezeit tatsächlich im Anmarsch ist. Was für eine schöne Bescherung!

Der 24. Dezember ist jedoch nicht für alle Eltern der ideale Geburtstermin. Kindergeburtstag und Bescherung unterm Weihnachtsbaum an einem Tag - das wollen einige nicht. Und so fragen sie bei den Gynäkologen an, ob man der Natur nicht ein wenig auf die Sprünge helfen könne. Sprechen medizinische Gründe nicht dagegen, komme man dem Wunsch nach, sagt Schirrmacher.

Doch egal an welchem Tag: "Die Freude über den Erdenbürger ist am Ende immer riesengroß", sagt Bernhild Gütschow.

Sobald sie und ihre Kolleginnen den Kreißsaal betreten, zählt auch für sie am Heiligabend nur noch eins: Den werdenden Müttern und Vätern in den Stunden bis zur Geburt zur Seite stehen, Händchen halten, zwischendrin anfeuern und am Ende einfach nur eins: Der kleinen Familie alles Gute für die Zukunft wünschen.

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