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Weihnachtspaket auf Abwegen

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Anne Müller

Reinbek. Erstaunlich, dachte sich Udo Brandt. Der 64-Jährige hatte kein Paket erwartet. Doch in der E-Mail, die er vom DHL-Service erhalten hatte, stand: "Eine Packstationssendung wartet seit zwei Tagen auf sie."

Also machte er sich auf den Weg zur Paketstation Am Ladenzentrum. Dort schob er seine persönliche goldene Kundenkarte in den Automatenschlitz, gab seine Pin-Nummer ein und erlebte eine Überraschung. Denn das, was das Häuschen freigab, war nicht an ihn, sondern an einen anderen Reinbeker gerichtet. Das Überraschungspaket wollte Brandt so schnell wie möglich auf korrektem Wege wieder loswerden, denn er hatte ja mit seiner Kundenummer den Empfang quittiert. "Und wer weiß, welche Wertgegenstände sich hinter dem Packpapier verbergen. Für die möchte ich nicht geradestehen", sagt Brandt.

Doch die benachbarte Postfiliale wollte den Irrläufer nicht annehmen. "Der Mitarbeiter sah sich außerstande, mir den Empfang ordnungsgemäß zu bestätigen. Die Rückgabe fehlgeleiteter Pakete von DHL (eine Post-Tochter) sei vertraglich nicht geregelt. Ich musste unverrichteter Dinge wieder abziehen", so Brandt. Er schrieb eine Beschwerde an die DHL Vertriebs GmbH mit der Aufforderung: "Teilen Sie mir bitte mit, wann ein Mitarbeiter bei mir das Paket gegen Quittung abholt." Bis heute liegt das Weihnachtspaket auf Abwegen bei Brandt. Wer bringt es jetzt nur die drei Kilometer weiter an die richtige Adresse?

"Das ist sehr unglücklich gelaufen", räumt der Sprecher der Deutschen Post AG, Jens-Uwe Hogardt, ein. Das Paket, das offensichtlich von einem Mitarbeiter falsch in das Fach der Packstation eingeordnet wurde, hätte in der Postfiliale um die Ecke zurückgenommen werden müssen. "Das gehört zum Service", versichert Hogardt. Die Filiale sei von einem neuen Partner übernommen worden und der Kollege war unsicher, wie er die Rücknahme quittieren soll, erklärt Hogardt die Panne. Für derartige Fälle gibt es an der Station einen Notrufknopf, über den der Kunde mit einem Mitarbeiter verbunden wird. Darüber hinaus gebe es unter der Servicenummer (0 18 05) 345 22 55 (12ct./min, Festnetz) Hilfe.

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