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"Der Zustand ist so nicht mehr haltbar"

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Reinbek (amü). Das Thema Sanierung der Uwe-Plog-Halle nimmt nun schon den zweiten Anlauf in die Haushaltsdebatte. Morgen müssen die Stadtverordneten entscheiden, ob sie die 1,28 Millionen Euro für die Reparatur des Daches bereitstellen.

Der Sitzung, die um 19.30 Uhr im Rathaus beginnt, sehen die Mitglieder der TSV mit unguten Gefühlen entgegen. Denn die Abstimmung birgt Überraschungspotenzial. "Ich bin gespannt", sagt Geschäftsführer Rüdiger Höhne.

Eigentlich müssten SPD, Grüne und FDP mit 19 Stimmen eine Mehrheit für die Bereitstellung des Geldes haben. CDU und Forum 21, die sich für die Planung einer neuen Halle ausgesprochen haben, kommen auf 17 Stimmen. Sollten nur zwei Mitglieder der "Befürworter-Koalition" bei der Abstimmung nicht anwesend sein, könnte es kritisch für den interfraktionellen Antrag werden, die 1,28 Millionen Euro wieder in den Haushaltsentwurf zu stellen. Der Fach- und der Finanzausschuss hatten einen entsprechenden Antrag bereits abgelehnt.

Angesichts des Hin- und Herlavierens auf der politischen Seite formiert sich im Verein der Protest. Rund 1000 der 4000 Mitglieder nutzen die Dreifeldhalle. "Schulen, Kitas und andere Nutzer nicht mitgezählt", rechnet Höhne vor. Für ihn ist der Zustand so nicht mehr haltbar. Die teils widersprüchlichen Aussagen zur Stabilität der Halle würden zu einer Verunsicherung bei Eltern führen. "Wir haben im vergangenen Quartal weit mehr Austritte verbuchen müssen als sonst üblich." Für Höhne steht aufgrund der Prüfberichte aber fest: "Die Halle ist ohne Belastung absolut sicher." Aufgrund der hohen Sicherheitsstandards infolge des Dacheinsturzes in Bad Reichenhall müsse die Halle aber bei Schneefall geschlossen und ab einer Höhe von zehn Zentimetern weiträumig auch im Umfeld abgesperrt werden. Doch nicht nur der Trainingsbetrieb sei betroffen, auch Punktspiele müssten abgesagt werden. Bei einer Komplettsperrung könnte auch die kleinere TSV-Halle nicht mehr genutzt werden und 1000 weitere Sportler wären ohne Trainingsstätte. "Die Geschäftsstelle und das Clubhaus bleiben dann ebenfalls verwaist", schildert Höhne die für den Verein chaotischen Zustände und betont: "Wir werden nicht dauerhaft auf andere Hallen in der Umgebung ausweichen können." Die Vereinsmitglieder haben in nur einer Woche 1000 Unterschriften gesammelt, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. "Die werden wir morgen den Politikern präsentieren."

"Wir werden nicht dauerhaft auf andere Hallen ausweichen können." Rüdiger Höhne (TSV)

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