Familienpolitik

Kindergarten fordert Zuschuss

Wentorf (st). Das Frühstück musste gestern im Waldkindergarten erst einmal verschoben werden: Der erste Schnee war für die Kleinen einfach interessanter. Rutschen und Iglu-Bau waren angesagt. "Schnee ist ganz toll", sagte Jacques Ebbecke (3) begeistert.

"Man kann damit bauen und werfen." Und Erzieherin Andrea Stoltenberg erläuterte: "Gegen die Kälte wappnen wir uns vor allem mit Bewegung."

Das Konzept des Waldkindergartens kommt an, die Nachfrage wächst. Auch Pädagogen anderer Einrichtungen fragen an, ob sie in der Lohe hospitieren können. Jetzt will der Förderverein, Träger des Waldkindergartens, die Finanzierung neu strukturieren.

In der jüngsten Sitzung des Bürgerausschusses beantragte der neue Vorstand einen Zuschuss in Höhe von 19 000 Euro für 2009 - 9400 Euro mehr als im Vorjahr. "Mit diesem Zuschuss liegen wir immer noch im Mittelfeld", sagte Tanja Ebbecke, neue Vorsitzende des Fördervereins. Der Kindergarten brauche den Zuschuss allein für Personalkosten. Denn die Betreuungszeiten sollen von 8.30 bis 12.30 Uhr auf 8 bis 13 Uhr erweitert werden. "Außerdem haben unsere Erzieher seit vier Jahren keine Gehaltsanpassung mehr erhalten", begründete sie den Antrag.

Allerdings sahen die Politiker dies etwas anders: Denn im Waldkindergarten werden in der einzigen Elementargruppe nur 17 Kinder betreut. Doch Ebbecke und der neue Zweite Vorsitzende Stephan Raser betonten, dass sie die Beiträge nicht weiter erhöhen können. Denn die Eltern zahlen derzeit 125 Euro im Monat, 35 Euro davon entfallen auf den Vereinsbeitrag. "Das ist die Crux, wir müssen immer auch unseren Trägerverein finanzieren", sagte Ebbecke.

Andrea Hollweg (SPD) mahnte: "Wir müssen uns darüber klar werden, was uns der Waldkindergarten wert ist." Die Beschlussfassung wurde auf den nächsten Bürgerausschuss am 8. Januar 2009 vertagt.

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