Theater

Bettgeschichten und Leiden (-schaften)

Reinbek. Die Attribute "banal" und "amüsant" schließen sich im Theater meist gegenseitig aus. Das Ensemble der Volkshochschule Sachsenwald präsentierte am Sonnabend jedoch die Ausnahme von dieser Regel. In der Villa Dobbertin feierte es vor ausverkauftem Haus mit Alan Ayckbourns Stück "Schlafzimmergäste" Premiere.

Der Dank des Publikums am Ende des Abends: Minutenlanger begeisterter Applaus.

Die englische Farce, die der Autor von mittlerweile 71 Komödien 1975 uraufführen ließ, zeigt die schweren Beziehungszwiste von vier Paaren. Ort der kleinen und großen Liebesdramen: drei nebeneinander liegende Schlafzimmer.

Dort geht es zwischen dem alternden Ehepaar Delia (Lydia Rimkus) und Ernest (Hans-Adolf Kaufmann) noch nachsichtig und barmherzig zu. Ihr Problem: Beide reden immer solange aneinander vorbei, bis das Schlüsselwort fällt, das die Charaktere immer wieder vereint: "Bett". Denn in den Betten der Paare verbergen sich die Probleme - und die reichen von kalten Ehefrauen-Füßen über Schuhe, Haarbürsten bis hin zu seelischen Komplexen und Worten, die nicht gesagt werden.

Nick (Ralph Otto) muss im Bett liegen, weil er sich den Rücken verdreht hat. Er ist deshalb unausstehlich, meint seine Ehefrau Jane (Birgit Lemke), die ihrem eigenen sowieso schon immer Susannahs (Regine von Oehsen) Mann Trevor (Christian Dahl) vorgezogen hat. Kurzerhand lässt sich Jane auf einen Kuss mit Trevor ein, der durch den Streit mit Susannah die Party von Kate (Susann Freyberg) und Malcom (Ernst Wieghorst) verdirbt. Auch sie schlittern schließlich in eine turbulente Ehekrise.

Das Schicksal nimmt auf der Bühne seinen Lauf: Lydia Rimkus wirkt dabei am souveränsten, Hans-Adolf Kaufmann am humorvollsten, Regine von Oehsen am unsichersten, Christian Dahl am gröbsten, Birgit Lemke am gedankenlosesten, Ralph Otto am kindischsten, Ernst Wieghorst am dickköpfigsten und Susann Freyberg am zickigsten - selbstverständlich nur als Schauspieler auf der Bühne. Eine Zusatzvorstellung von "Schlafzimmergäste" wird es voraussichtlich im Januar im Augustinum in Aumühle geben.

Darüber hinaus dürfen sich Theaterfans auf Shakespeares "Was Ihr wollt" freuen. Damit wird die VHS-Theatergruppe im März auftreten.