Kegelclub

Pechvögel lassen die Kugel rollen

Reinbek (amü). Seit ihre Gründungsväter im Jahre 1908 die Statuten festlegten, hat sich viel verändert. Doch ihrer Tradition bleiben die "Pechvögel" auch nach hundert Jahren treu. Getränkerunden sind per Satzung obligatorisch und die dazugehörigen selbstgedichteten Lieder auch.

Die nicht immer jugendfreien Verse verhallen dann meist, den Herren sei im Namen aller Frauen dank, im Untergeschoss des ehrwürdigen Hotels Waldhaus. So gehört es dann auch zum Gesetz der Kegler, dass Ehefrauen beim "gesellschaftlichen Happening" nicht anwesend sein dürfen - ausgenommen Ausflüge wie eine Kulturreise nach Spanien zum 100.

"Der sportliche Teil wird dennoch sehr ernst genommen, es werden auch Auszeichnungen für Kegel, Pudel und Lottokönige verliehen", versichert Vorsitzender Carsten Wehde. Ein- bis zweimal im Jahr gibt es seit 25 Jahren auch einen Vergleichskampf mit den "Baulöwen" aus Ohe, der meist ausgeglichen verläuft.

Warum der Truppe das Stigma der Pechvögel anhängt, lässt sich jedoch nicht mehr klären. Nur soviel ist bekannt: Das Gründungslokal war die Gaststätte "Voß" im benachbarten Wentorf.

Erste Aufzeichnungen über die Geschichte des Clubs liegen seit 1958 vor. Fein säuberlich hatte damals Schriftführer Fritz Sahr zum 50. Jubiläum in Sütterlin-Schrift die Speisenfolge von Champignonsauce über Filet mit Spargel niedergeschrieben. Auch heute gehören edle Speisen aus der Waldhausküche zum Trainingsprogramm, nicht nur, um sich für das Stemmen der Kugeln auf der Bundeskegelbahn zu stärken. Das gilt für das jüngste Mitglied (50 Jahre) ebenso wie für das älteste (86 Jahre). Handwerker und Angehörige von Dienstleistungsberufen sind die zwölf Pechvögel, wenn sie nicht ihre Sportschuhe anziehen. Ansonsten erklingt alle 14 Tage die Vereinshymne: "Ewig, ewig bleibet sie, unsere Harmonie".

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Reinbek