Lokalpolitik

Haushalt: Von Kürzungen bis zur Finanzkrise

Kleinvieh macht auch Mist - nach diesem Motto durchforsteten die Mitglieder des Ausschusses für Jugend, Sport und Kultur den Haushaltsentwurf. Dabei wurden Kosten auf den Prüfstand gestellt.

. Ganz streichen wollten die Politiker 82 000 Euro für die Volkshochschule. Der Umbau des Dachgeschosses zum Luxusatelier für "Hobby-Maler" fand wenig Zustimmung. "Nobelkram für eine elitäre Minderheit", so Diethard Joppich (FDP). VHS-Leiter Ralph Fellermann hielt dagegen, dass die Volkshochschule den jetzigen Kunstraum an das Gymnasium abgeben muss und damit 20 Kurse untergebracht werden müssen. Schließlich wurden 53 000 Euro mit einem Sperrvermerk bewilligt, vorbehaltlich der Prüfung anderer Unterbringungsmöglichkeiten.

Aufgeschoben aber nicht aufgehoben ist auch ein Antrag von Forum 21, der auf seltene Zustimmung bei der SPD traf: Leif Fleckenstein schlug vor, die Außenstelle der Stadtbibliothek aus dem Pavillon in die Räume der Gertrud-Lege-Schule zu verlegen und dafür 80 000 Euro bereitzustellen. Damit könnten frei werdende Räume der Schule genutzt werden. Der jetzige "Pappkarton" sei energetisch eine Katastrophe pflichtete ihm Volker Müller (SPD) bei. Der Antrag wurde an die Stadtverordneten verwiesen. Die internationale Finanzkrise spiegelt sich nicht zuletzt auch im Haushalt wider. Die Politiker mussten 15 000 Euro als Zuschuss für die Stiftung Italiaander am Museum Rade absegnen. Hintergrund: Da das Stiftungsvermögen zu 30 Prozent in Aktien angelegt ist, vermeldete die Stiftung einen Buchverlust. Was Heinrich Dierking zu dem Kommentar provozierte: "Wie konnte sich die Stiftung so verzocken?"

"Wie konnte sich die Stiftung so verzocken?"

Heinrich Dierking

( (amü) )

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