Kulturpolitik

Votum für neue Mehrzweckhalle im Norden

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Den Zuhörern in der Kantine des Rathauses wurde am Dienstagabend einiges geboten. Da war von "Abrissfraktionen" die Rede oder "Kleinstaaterei". Dass die Wogen beim Thema Uwe-Plog-Halle im Ausschuss für Jugend, Sport und Kultur erneut hochschlugen, war zu erwarten.

. Das Ergebnis der Debatte überraschte dennoch. Die Sanierung der maroden Sportstätte wurde nicht beschlossen. Dagegen folgte die CDU dem Antrag von Forum 21, eine Mehrzweckhalle im Norden Reinbeks zu bauen und für die Planung 100 000 Euro bereitzustellen.

Die TSV-Halle soll vorerst weiter genutzt werden. Ob der Neubaubeschluss allerdings den Monat überdauern wird, ist fraglich, denn als nächste haben die Stadtverordneten am 11. Dezember das Wort. Und in der Versammlung haben SPD, Grüne und FDP eine Mehrheit. Während deren Fraktionen sich im Fachausschuss nicht mit einem sofortigen Sanierungsbeschluss für das marode Dach durchsetzen konnten, werden die 1,28 Millionen Euro dann voraussichtlich wieder in den Haushalt gestellt.

Die CDU geht dagegen davon aus, dass sich eine Sanierung nicht mehr rechne. Klaus Köpke fürchtet, dass die Stadt im Falle einer Komplettsanierung am Ende 3,5 Millionen Euro an der Backe habe und stellte für seine Fraktion klar: "Man soll gutes Geld nicht schlechtem hinterherwerfen. Wir wollen eine neue Halle, weil die kostenmäßig am günstigsten ist. Solange die Fachleute sagen, wir können in die Uwe-Plog-Halle rein, können wir sie auch nutzen." Für die Zukunft warb er Planungskosten für eine neue Halle ein, die alle Reinbeker gut erreichen könnten.

Den sportlichen Grabenkrieg zwischen Alt-Reinbek und den Stadtteilen im Norden, die seit Jahren um eine Sportstätte kämpfen, hatte zuvor Leif Fleckenstein (Forum 21) mit einem Antrag eröffnet. Die Halle an der Theodor-Storm-Straße sollte unverzüglich aus Sicherheitsgründen gesperrt werden.

SPD, Grüne und FDP wollten den Standort erhalten und deshalb kurzfristig mit der Dachsanierung beginnen. Man könne doch nicht 4000 Sportlern die Halle wegnehmen, warf Angelika Lütjens (SPD) ein und Volker Müller (SPD) hielt es für unzumutbar, Kinder aus Alt-Reinbek nach Wentorf, Glinde oder Bergedorf zu schicken. Uwe Rasch (FDP) appellierte an CDU und Forum 21: "Das Loch, das Sie hier reißen, ist wesentlich größer als das, was Sie im Norden stopfen würden."

Aber auch wenn die Stadtverordnete die Sanierungskosten für das Dach wieder in den Haushalt 2009 einstellen, müssen die TSV-Sportler weiter mit Beeinträchtigungen klar leben. Eine Sanierung würde von April bis November einen eingeschränkten Betrieb nach sich ziehen. Bei Schneefall muss die Halle gesperrt werden, bei mehr als zehn Zentimetern auch die Wege rundherum. Damit wurde eine Sicherheitsfirma beauftragt, sagte Dagmar Schmalfeldt vom Kulturamt.

"Solange die Fachleute sagen, wir können in die Uwe-Plog-Halle rein, können wir sie auch nutzen."

Klaus Köpke (CDU)

( (amü) )

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