Klinikpersonal

"Wir brauchen mehr als nur ein Trostpflaster"

Im Foyer des Reinbeker Krankenhauses wurden gestern Protestbanner ausgerollt.

. Etwa 120 von 500 Mitarbeitern versammelten sich zu einer "Aktiven Mittagspause". Damit beteiligten sie sich an dem bundesweiten Protest gegen die Finanznot der 2100 Kliniken in Deutschland. Das von der Bundesregierung geplante Reformpaket mit einer Finanzspritze von 3,2 Milliarden Euro reiche nicht aus, um die Personal- und Sachkosten zu decken, erklärten Vertreter vom "Aktionsbündnis Rettung der Krankenhäuser", das zu dem Protesttag aufgerufen hatte.

Auch Lothar Obst, kaufmännischer Direktor des St. Adolf-Stifts, wies auf diesen Missstand hin: "Wir lassen uns nicht mit einem Trostpflaster abspeisen", gab er der Forderung gegenüber der Bundespolitik Nachdruck. Seine Mitarbeiter arbeiteten seit Jahren am Limit. Im St. Adolf-Stift seien 20 Stellen von dem Sparpaket bedroht. Vor diesem Hintergrund fragte er: "Ist diese Gesellschaft eigentlich noch gesund? Es sind 500 Milliarden Euro da, um fahrlässige Finanzjonglierereien ins Lot zu bringen und auf der anderen Seite hat der Staat kein Geld, seine Krankenschwestern vernünftig zu bezahlen."

Auch der Chef der Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein (KGSH), Bernd Krämer kritisiert: "Der Gesetzentwurf der Bundesregierung mildert die Finanz- und Personalprobleme der Kliniken nur bedingt. Nachbesserungen sind dringend erforderlich."

Gesundheitsministerin Gitta Trauernicht (SPD) erklärte dagegen, dass vor allem Schleswig-Holsteins Krankenhäusern künftig mehr Geld zur Verfügung stünde.

In den kommenden Wochen fällt im Bundestag die Entscheidung zur Zukunft der Krankenhäuser.

( (amü/lno) )

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