Ausschreibung

Statt Brückensteg nur ein Seilzug?

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Anne Müller

Mit dem ersten Spatenstich wurde der symbolische Baustart der Holländerbrücke bereits gefeiert.

Angebote für den Überbau sprengen das Budget. Stadt will Arbeiten erneut ausschreiben.

. Während die Baufahrzeuge anrücken, um das Fundament zu setzen, ist jedoch noch völlig offen, wann der Brückensteg gebaut werden kann. "Im schlimmsten Fall haben wir zwei Träger und müssen ein Seil dazwischen spannen", sagte Bürgermeister Axel Bärendorf gestern mit etwas Galgenhumor. Fest steht, dass sich der Einweihungstermin mindestens um sieben Wochen verzögern wird.

Der Grund: Die Ausschreibung für den zweiten Bauabschnitt hat zu keinem akzeptablen Ergebnis geführt. Ein Angebot ist mit einer Millionen Euro doppelt so teuer gewesen wie die veranschlagten 570 000 Euro, ein weiteres lag mit 659 000 Euro ebenfalls weit darüber. "Wir schlagen deshalb der Politik vor, den zweiten Teil der Ausschreibung zu stoppen", sagte Bärendorf. Das sei bereits rechtlich abgesichert. In einer beschränkten Ausschreibung sollten nun gezielt Firmen angeschrieben werden, die sich auf derartige Bauprojekte spezialisiert haben. "Wir vermuten, dass viele gar nicht oder zu spät von der Ausschreibung erfahren hatten", so Bärendorf, der hofft auf diesem Weg zu wirtschaftlichen Angeboten zu kommen. In der vier Wochen dauernden Ausschreibungsrunde hatten 17 Firmen Unterlagen angefordert, aber nur zwei Angebote eingereicht.

Bärendorf vermutet auch, dass ein Hemmnis gewesen sein könnte, das Projekt in zwei Baulosen auszuschreiben.

Insgesamt sind für die neue Brücke 900 000 Euro vorgesehen. Knapp 290 000 Euro fließen in den ersten Bauabschnitt. Die explodierenden Kosten hatten schon im Bauausschuss und in der Stadtverordnetenversammlung für Diskussionen gesorgt. Forum 21 wollte das Bauvorhaben stoppen, weil sich nach der Ausschreibung für das erste Los abzeichnete, dass die Kosten ausufern. Mit einem klaren Bekenntnis zur Holländerbrücke hatte eine Mehrheit der Stadtverordneten Ende September entschieden, dass die Brücke auf jeden Fall gebaut wird.

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