Unfall

Kind rettet Reinbekerin (69) im Wald

Es sollte ein gemütlicher Sonntagsspaziergang im Wald werden, doch der endete für eine 69-jährige Reinbekerin am Sonntag beinahe in einer Katastrophe.

Spaziergängerin bricht sich den Knöchel und liegt im Sachsenwald. Dann kommt die Hilfe.

Die Seniorin war mit ihrem Neufundländer im Sachsenwald unterwegs, als sie auf herbstlichem Untergrund unglücklich stolperte, umknickte und sich den Knöchel brach. Hilflos lag sie im Wald, unfähig, sich allein wieder aufzurappeln. Ihr treuer Hund spendete Trost und Wärme, schmiegte sich an sein Frauchen.

Die Reinbekerin hatte jedoch mehrere Schutzengel im Unglück. Gegen 12.35 Uhr ging ein Hamburger Ehepaar mit seinen zwei Töchtern spazieren. Es war das Gebiet unterhalb des Eisenbahnmuseums, ein Naturweg am Flusslauf Schwarze Aue. Neugierig erkundete die zehnjährige Tochter die kleinen Pfade neben dem Weg, als sie plötzlich leise Hilferufe hörte. Nicht weit entfernt entdeckte das Mädchen die gestürzte Frau. Schnell lief sie zu ihrer Familie zurück, die sofort die Polizei verständigte.

Das Problem: Das Gelände war so unzugänglich, dass Retter und Polizisten die Unglücksstelle mit ihren Fahrzeugen nicht erreichen konnten. Das Mädchen jedoch erwies sich als nervenstarker Helferin in der Not und lotste die Rettungskräfte und den Notarzt durchs Unterholz zu der verletzten Reinbekerin. Die wurde auf einer Trage bis zum Rettungswagen getragen und anschließend ins Krankenhaus St. Adolf-Stift gebracht.

Dort erholt sich die Spaziergängerin jetzt von den Strapazen des folgenreichen Spaziergangs. Sie ist ihrer kleinen Retterin unendlich dankbar, möchte sich persönlich bei der Familie bedanken, wenn sie wieder gesund ist. Erst später wird ihr wohl klar werden, was für ein Glück sie tatsächlich hatte. Davon ist Frank Schlinzig überzeugt. Als Wegewart in der europäischen Wandervereinigung weiß er, dass es allein im Sachsenwald 46 Kilometer gekennzeichnete Wanderwege gibt. Wer hier vom Weg abkommt, kann sich nicht nur verirren, sondern im Ernstfall verloren sein. "Ich empfehle, immer mindestens zu zweit unterwegs zu sein. Falls etwas passiert, kann einer Hilfe holen." Wer lieber allein durch Wald und Flur streift, sollte zumindest einem Bekannten oder Nachbarn Bescheid sagen. Ist man dann zum angegebenen Zeitpunkt nicht wieder zu Hause, könnten sich Suchtrupps auf den Weg machen.

"Ich empfehle, immer mindestens zu zweit unterwegs zu sein. Falls etwas passiert, kann einer Hilfe holen." Wegewart Frank Schlinzig