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Reinbek holt beim Einzelhandel auf

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Anne Müller

Ob im Gewerbegebiet, am Täbyplatz oder in Schönningstedt - Schlag auf Schlag eröffnen zurzeit in Reinbek neue oder modernisierte Einkaufszentren. Und für weitere ist der Boden geebnet. Ab kommendem Frühjahr soll das neue Famila-Center die Kette mit weiteren 4500 Quadratmetern ergänzen.

Mit ihrem Angebot haben Händler "Einkaufsflüchtlinge" zurückgeholt, Neukunden gewonnen.

. In ihrem Zwischenbericht kamen die Marketing-Experten der Lübecker Cima (Beratung und Management, Büro Lübeck) für Reinbek zu dem Ergebnis, dass aufgrund dieser Entwicklung seit 2007 mehr Kaufkraft der Reinbeker in die Einzelhandelsgeschäfte der Stadt fließt. Drei Jahre haben sie die Region von Hamburgs Osten bis Aumühle unter die Lupe genommen.

Vor allem seit das Nahversorgungszentrum in Schönningstedt eröffnete, wurden "Einkaufsflüchtlinge" zurückgewonnen. Das EKZ setzt erfolgreich auf ein Warensortiment aus Lebensmitteln, Reformwaren, Gesundheits- und Körperpflege. Die Ausschöpfung der Kaufkraft im Bereich für den täglichen Bedarf ist seit der Eröffnung des Schönningstedter EKZ in Reinbek von 65 auf 76 Prozent gestiegen. Damit liegt die Schlossstadt immer noch im Mittelfeld. Spitzenreiter der Region ist Oststeinbek, das mit 185 Prozent auch viele Kunden aus den Nachbarstädten zum Einkaufen anlockt.

Auch Fachmärkte rüsten zum Angriff, wollen vermehrt Kunden anziehen. Im EKZ an der Hermann-Körner-Straße werden seit kurzem Waren angeboten, die über den täglichen Bedarf hinausgehen wie Betten, Heimtextilien und Schuhe. Dennoch diagnostizieren die Experten Nachholbedarf im Fachmarktangebot. Vor allem für Kleidung, Schmuck und Optik. Hier schätzen Experten, dass Händler bis zu 20 Millionen Euro Umsatz machen könnten. Bislang wurden nach der Cima-Studie nur etwa 4,5 Millionen Euro in Reinbek umgesetzt. Auch mit Möbeln, Antiquitäten und Büchern, Computern und Schreibwaren könnten Händler in der Stadt weitaus mehr verdienen.

122 Einzelhandelsgeschäfte werben insgesamt in Reinbek auf einer Verkaufsfläche von 21 606 Quadratmetern um die knapp 26 000 Einwohner.

Die Stadtmarketing-Experten des Büros Cima werden die Entwicklung in Reinbek auch in den kommenden drei Jahren weiter verfolgen, denn in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses wurde beschlossen, dass die Stadt sich mit 5000 Euro bis 2011 am Leitprojekt für die Metropolregion Hamburg beteiligt, dem sogenannten "Interkommunalen Abstimmungsforum für die Einzelhandelsentwicklung im Raum Südstormarn/Herzogtum Lauenburg/Hamburg Ost".

Die freiwillige Verpflichtung, sich in der Region bei der Planung von Einzelhandelsvorhaben ab 800 Quadratmeter abzustimmen, habe sich bewährt, zieht Reinbeks Stadtplaner Michael Pohle Bilanz.

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