Gefällter Baum wird zum Klettergerüst

Ein Zufall hat Reinbeks Stadtjugendpfleger jetzt ein neues Klettergerät in die Hände gespielt. Und die Stadt muss nichts dazuzahlen. Es lag sozusagen kostenlos am Straßenrand.

. Ulrich Gerwe war schon häufiger mit seinem Rad am Weißenseer Weg vorbeigefahren. Dabei war ihm ein Baumstamm ins Auge gefallen, der beim Löschen des Hochhausbrandes vor einem Jahr gefällt worden ist. "Als ich vor einigen Wochen wieder an der Stelle vorbeikam, sah ich, dass der Baum immer noch dort lag. Bei näherer Betrachtung stellte ich fest, dass es sich um ein hervorragendes Kletterobjekt handelt." Darauf deuteten nicht zuletzt zahlreiche Nutzungsspuren hin.

Da der Stamm auf einer städtischen Grünfläche liegt, die direkt an einen großen Spielplatz grenzt, habe er zunächst innerhalb der Verwaltung geregelt, dass der Stamm liegen bleiben kann. "Das passt ins Konzept, denn wir versuchen, naturnahes Spielen zu fördern. Ein industrielles Spielgerät mit solchen Anreizen und in dieser Größe würde in die Tausende gehen und bliebe trotzdem künstlich. So ein schönes Spielgerät kann man nicht kaufen", sagt er. Damit der Baum auch bespielt werden kann, sollen Zweige sowie brüchige Äste entfernt werden. Neben dem massiven Stamm, der einen Durchmesser von etwa zwei Metern hat, bleiben die starken Äste erhalten.

Um Jugendliche aus dem Stadtteil bei der Umsetzung des Projektes zu beteiligen, hat der Jugendbeauftragte den Leiter des Treff, Thomas Wilsdorf, angesprochen. "So haben wir kurzfristig einige Besucher für die Aktion gewinnen können, mit denen wir jetzt gemeinsam begonnen haben, den Baum mit mehreren Bügelsägen zu bearbeiten", sagt Gerwe. In wenigen Tagen kann der Kletterbaum erobert werden. Die Äste holt der Betriebshof ab.

( (amü) )

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