Bei Regen hat der Sport eine Zwangspause

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Anne Müller

Regenschirme gehören eigentlich nicht zum Sportgerät der Handballerinnen. Neben dem runden Leder kommen diese aber immer öfter zum Einsatz. Vor allem, wenn die Spielerinnender SG Glinde/Reinbek in der Uwe-Plog-Halle auflaufen. Trainer Christoph Karstens blickt immer wieder kritisch zur Decke, denn bei starkem Regen sickert so viel Wasser in die Halle, dass ein Spielbetrieb kaum möglich ist.

"Wassereinbrüche" behindern Trainings- und Spielbetrieb unterm maroden Dach der Uwe-Plog-Halle.

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So werden wichtige Punktspiele zu doppelten Angstpartien, weil keiner weiß, ob ein Wassereinbruch oder der Punktestand letztlich die Partie entscheidet. Für Karstens ist das besonders ärgerlich, denn seine Mannschaft steht mit 10:0 Punkten erstmals an der Tabellenspitze der Kreisoberliga: "Wir wollen in die Landesliga aufsteigen."

15 Spiele stehen noch aus, davon acht in Reinbek. Besorgt erinnert sich der Polizist an das letzte Heimspiel, das nach 25 Minuten wegen eines Regenfalls unterbrochen wurde. Dabei war sein Team mit Tempo vorgeprescht: "Mit einer hervorragenden Angriffsleistung in der ersten Halbzeit konnten wir uns bis zur 20. Minute auf 12:6 Tore absetzen." - bis "Wasserfälle" eine Auszeit forderten und den Siegesfluss unterbrachen. Die Gegner bekamen Oberwasser. "In der zweiten Halbzeit war es im Besonderen der guten Leistung der erst 16-jährigen Torhüterin Jennifer Brumm zu verdanken, dass den Gegnerinnen nur vier Feldtore gelangen."

Karstens kann nicht verstehen, dass die Stadtverordneten, die seit zwei Jahren über das marode Dach informiert sind, immer noch keinen Entschluss gefasst hätten, mit den dringenden Sanierungsarbeiten zu beginnen. Im Winter drohe bei Schneefall zudem noch die komplette Schließung der Halle. "Keiner kann und will zurzeit beantworten, wo die Punktspiele ausgetragen werden und wie der Trainingsbetrieb aufrechterhalten werden soll", kritisiert Karstens.

Thomas Link vom Bauamt bedauert die Situation ebenfalls. Er hoffe auf eine baldige Entscheidung der Politik. Nach den jüngsten Wassereinbrüchen wurde das Dach mit einer Notreparatur abgedichtet. Doch durch die rissigen und verformten mehr als 30 Jahre alten Trapezbleche und Lichtbänder aus Kunststoff könne wieder Wasser einsickern. Für die Sanierung wurden 1,3 Millionen Euro in den Haushaltsentwurf für 2009 eingestellt. Aber eine Grundsatzentscheidung über eine Renovierung oder einen Neubau stehe aus.

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