Der grüne Frosch mit der roten Mütze

| Lesedauer: 2 Minuten
Susanne Holz

Er ist grün, kann hüpfen und winken, sprechen und sich im Kreis drehen. Erkennungszeichen: eine rote Mütze. Ein kleiner Frosch mit ungewöhnlicher Kopfbedeckung macht Kinder fröhlich und animiert sie zum Tanzen und Singen. Er ist der Namensgeber und die Hauptfigur des aktuellen Soloprogramms von Oliver Ehmsen, Kinderlieder-Komponist aus Reinbek. Jetzt in den Herbstferien hat dieser Zeit, neue Melodien am Klavier zu komponieren.

Sein Erfolgskonzept für Kinder-Hits: "Die Texte müssen die Fantasie anregen, im Kopf Bilder erzeugen. Die Musik sollte einfach strukturiert sein und zum Mitsingen einladen", sagt der 29-Jährige. Mit tiefer Symbolik und schwierigen Melodien könne man die jüngsten Musikfreunde nicht begeistern. "Kinder sind die ehrlichsten Zuhörer", sagt Ehmsen. Höflicher Applaus sei von ihnen nicht zu erwarten. Was nicht gefällt, fällt durch. "Manchmal denke ich, dass ich ein wirklich gutes Lied komponiert habe. Beim ersten Singen merke ich, dass die Kinder das ganz anders hören", sagt der Musiker.

Meistens jedoch trifft er den richtigen Ton, weiß, welche Themen bei den Kindern gut ankommen. Es sind Dinge aus ihrer unmittelbaren Lebenswelt. Ihre kleinen und großen Sorgen, Ferienabenteuer, Erlebnisse mit Eltern oder Spielkameraden. "Die Texte fallen mir so nebenher ein, zum Komponieren brauche ich schon ein paar Stunden Ruhe."

Seiner Zielgruppe ist Ehmsen, der mit dem Kinderchor "Ollipops" und dem Erwachsenenchor "Oldies but Goldies" über Reinbek hinaus bekannt wurde, täglich nah. Derzeit absolviert er ein Referendariat an der Grundschule Mühlenredder. Dort ist er einer der wenigen Männer des Kollegiums und leitet den Schulchor. "Jungs zur Musik zu bringen, ist gar nicht so einfach", so die Erfahrung des angehenden Lehrers. Er jedoch hat seine Leidenschaft für das Klavier schon im Alter von neun Jahren entdeckt. "Nach meinem Blockflötenunterricht kam immer ein Klavierschüler zu meiner Lehrerin. Da bin ich oft länger geblieben, um zuhören zu können", erzählt er. Die Musik zum Hauptberuf zu machen, kam dennoch nicht in Frage. Ein Leben als freischaffender Künstler kann sich der Liedermacher, der privat gern Constantin Wecker hört, nur schwer vorstellen. Nach einer Lehre als Verlagskaufmann studierte er Germanistik und Theologie und Musik nur als Nebenfach. Seine Mitmach-Konzerte, in denen er Solo auftritt, beschränken sich aus Zeitgründen derzeit auf Veranstaltungen wie die Travemünder Woche oder NDR-Auftritte. 2010, nach dem Ende seiner Ausbildung, will er wieder mit dem Kinderchor "Ollipops" durchstarten. Bis dahin wird er in der Schule die kleinen Zuhörer unter anderem mit dem Lied "Schwapp-Schubi-Dubi-Di-Dau" begeistern.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Reinbek