Glinde

Bäume pflanzen im Kampf gegen den Klimawandel

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Engagement: Schüler gründen "Plant-for-the-Planet"-AG

. Weil der neunjährige Felix Finkbeiner aus Oberbayern seine Mitschüler in einem Referat leidenschaftlich über die Klimakrise informierte, gründete die Schule im Januar 2007 die Initiative "Plant-for-the-Planet". Die Vision: Kinder könnten in jedem Land der Erde eine Million Bäume pflanzen, um so einen CO2-Ausgleich zu schaffen. Sechs Jahre später hat sich die Schülerinitiative zu einer weltweit agierenden Organisation gemausert, die von einem Vorstand von 14 Kindern aus acht Nationen geleitet wird. Nun fasst die Initiative auch in Glinde Fuß - und schlägt ähnlich große Wellen.

Hier haben Schüler einer Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums am Oher Weg gestern im Beisein von Bürgermeister Reinhard Zug zwei Linden vor dem Schulgelände gepflanzt. "Als Zeichen dafür, dass wir unsere Lebensgrundlage unbedingt erhalten müssen", erklärt Biologie-Lehrerin Franziska Lippert. Und auch wie bei der Entstehungsgeschichte von "Plant-for-the-Planet" im Jahr 2007 begann am Glinder Gymnasium alles mit einem Referat im März dieses Jahres. Denn nachdem der zwölfjährige Finn Andersen seine Klassenkameraden über den Klimawandel, seine Folgen und die Arbeit der Initiative "Plant-for-the-Planet" aufklärte, fand das Thema regen Zuspruch unter den Schülern. "Sie haben sofort gesagt: Daran müssen wir uns doch auch beteiligen", erklärt Lippert. Gesagt, getan.

Die Schule gründet eine "Plant-for-the-Planet"-AG und Lehrerin Lippert übernimmt die Leitung der Gruppe, hält sich aber in Entscheidungsprozessen zurück: "Unsere Schüler müssen vor allem lernen, ihr Projekt selbst voranzutreiben - ich gebe nur die Anstöße." Dass die Glinder Gymnasiasten dieser Aufgabe gewachsen sind, beweisen die Aktionen der vergangenen sechs Monate.

Die 13 Schüler treffen sich fortan nachmittags in der Schule. Während ihre Mitschüler nach Unterrichtsschluss nach Hause gehen, planen die AG-Mitglieder Informationsaktionen und verfassen Plakate und Elternbriefe, um ihr Ziel der Öffentlichkeit nahezubringen: Klimagerechtigkeit durch eine Gesamtreduktion der Emission von Treibhausgasen. "Wir wollen vor allem, dass sich alle Menschen hier bewusst machen, wie viel durch das Pflanzen von Bäumen bewirkt werden kann", erklärt AG-Mitglied Kim Lehmann (14). "Die Erderwärmung durch den Ausstoß von Kohlendioxid hat ja längst begonnen." Bäume können durch die Fotosynthese aus CO2 mit Hilfe von Sonnenlicht und Wasser Sauerstoff herstellen und diesem Prozess entgegenwirken. Ein Beispiel: Eine 100-jährige Buche stellt pro Stunde etwa 1,75 Kilogramm Sauerstoff her. Diese Menge benötigen 50 Menschen in dem gleichen Zeitraum. Der günstige Nebeneffekt ist die Reduktion von CO2.

Mit diesem Wissen bat die AG Bürgermeister Zug um Unterstützung. Das Ergebnis war die Spende zweier Linden. "Wir alle sollten mit der Erkenntnis nach Hause gehen, dass mit Engagement etwas erreicht werden kann", bedankte sich Zug bei den Schülern der AG und erklärte, auch künftig für Baumpflanz-Aktionen in Glinde ein offenes Ohr zu haben. "Und das war erst der Anfang", ruft AG-Mitglied und Schüler Finn Andersen spontan aus.

( (lr) )

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