Wirtschaft

Kanal-Firma zieht nach Willinghusen

Willinghusen (kb). Die großen, leer stehenden Hallen zwischen Stemwarder Landstraße und K 29 waren für Autofahrer bereits zur festen Kulisse geworden.

Seit 15 Jahren werden hier keine Beton-Fertigteile mehr hergestellt. Doch nun brummt es auf dem Gelände. Die Fläche von 22 000 Quadratmetern ist an die Canal Control + Cleaning Umweltschutzservice GmbH (CCC) verkauft. Die Firma, Tochter der Buhck-Holding, die sich auf die Kamera-Überwachung und Reinigung von Abwasserrohren spezialisiert hat, verlässt Wentorf Ende 2013 und bezieht mit ihren 150 Mitarbeitern den neuen Standort - übrigens nur zwei Häuser weiter neben der Schwester Canal Control Rohrsanierung GmbH. Auf dem Gelände entstehen neben dem Verwaltungsgebäude mit Werkstatt und Betriebshof für die hoch spezialisierten Saug- und Spülwagen in einer sanierten Halle auch Pachtparzellen für Handwerker, Kleingewerbe oder Lagerei.

Sechs Millionen Euro werden für Gelände und Bauten investiert, bestätigt Geschäftsführer Dr. Henner Buhck, mit der Buhck-Holding zu 50 Prozent an der CCC beteiligt. "In Wentorf wird es auf dem Firmengelände eng. Wenn die Canal Control nach Willinghusen geht, bekommen wir am Stammsitz eine Platzreserve", sagt er.

Auf der Industriebrache an der Stemwarder Landstraße 17 ist derzeit Thomas Weinland, Unternehmer in Sachen Abbruch und Baustoffaufbereitung, Herr des Verfahrens. Berge von Betonteilen warten darauf, vor Ort gebrochen zu werden, um später als Untergrund für die Straße auf dem Gelände, für Lagerflächen und Parkplätze wieder verwendet zu werden.

"Aber wir haben jetzt auch mit dem 40-Meter-Telekran 15 Binder aufgenommen, die das Dach der zehn Meter hohen Halle getragen haben. Ganz vorsichtig", betont Weinland. "Beton verzeiht nichts, hat keine Elastizität und verträgt keinen Zug", erläutert er. Die Halle sei zu hoch gewesen, ergänzt Andrea Ahlschwede, CCC-Sprecherin. "Die hätte man nicht heizen können. So werden die Binder gelagert und die Pfeiler, auf denen sie ruhen, werden um vier Meter auf eine Höhe von sechs Metern gekürzt." Die Binder werden später wieder montiert, Dach drauf, dann folgt der Ausbau. "Wir schaffen voll erschlossene Parzellen mit Flächen von 130 bis 300 Quadratmetern und auch Außenflächen, die ab Januar verpachtet werden", sagt sie.

Hauptaugenmerk liegt aber auf dem etwa 8000 Quadratmeter großen CCC-Gelände. Für das Verwaltungsgebäude, das auch die Werkstatt für die Spezialfahrzeuge aufnehmen wird, konnten alte Fundamente verwendet werden. Auch vorhandene Betonpfeiler wurden nach eingehender Begutachtung aufgearbeitet und bilden das Skelett des neuen Firmensitzes. "Wir freuen uns auf Willinghusen und die Nähe zu den Autobahnen. Das spart viel Zeit", sagt Andrea Ahlschwede. Denn die CCC-Fahrzeuge seien schwerpunktmäßig in Norddeutschland und Nordrhein-Westfalen aktiv, zumeist für die öffentliche Hand. "Aber wir haben Einsätze von Peru über Paris bis Baku. Dort hatten wir vor dem 'European Song Contest' die Kanalreinigung übernommen. Anschlussaufträge folgten", sagt sie nicht ohne Stolz.

Infos zur Vermietung der Gewerbeflächen gibt Marc Wulff, MAW Gewerbedienstleistungen, unter Telefon (01 60) 96 82 04 20.