Wagenschauer eingeweiht

Hier ist Platz für Erinnerungen vom Gut Glinde

Glinde (aha). Endlich ist Schluss mit dem Platzmangel: Die Mitglieder des Heimat- und Mühlenvereins weihten gestern den dritten Wagenschauer auf der Mühlenwiese ein. Seit genau 30 Jahren sammeln sie, was sie auf Dachböden und Kellern finden - Überbleibsel, die aus der Geschichte Glindes erzählen.

In dem neuen Wagenschauer zeigen sie auf 180 Quadratmetern Ausstellungsfläche Exponate vom ehemaligen Gut Glinde: den Milchwagen, der die Glinder Sanitätsmilch zu Geschäften bis nach Hamburg fuhr, alte Milchkannen, in denen die Bürger frische Milch vom Kaufmann holten und alte Gerätschaften. Im Obergeschoss sind historische Werkzeuge zu sehen. Dort wird auch eine komplette Tischlerwerkstatt aufgebaut. "Exponate haben wir nun genug zusammen", sagt Wolf-Dieter Bode, Vorsitzender des Vereins. "In den nächsten Jahren wird es unsere Aufgabe sein, die Ausstellung mit Leben zu füllen."

15 Monate lang hatten die Vereinsmitglieder an dem Wagenschauer gebaut, die meiste Arbeit machten sie selbst. Rund 90 000 Euro kostete der Fachwerkbau, finanziert durch Sponsoren und von den Vereinsmitgliedern selbst.

"Wir freuen uns sehr, dass wir den Wagenschauer endlich einweihen können - passend zum 30. Geburtstag unseres Vereins", sagt Brigitte von Wichert, die stellvertretende Vorsitzende. 1982 hatte sich der Heimat- und Bürgerverein aus einer Initiative für den Erhalt der Kupfermühle gegründet.

Doch schon zehn Jahre später war kaum noch Platz für weitere Exponate in der Mühle. Die Ehrenamtlichen bauten auf der Mühlenwiese den ersten Wagenschauer, 2003 folgte der zweite und jetzt kann der dritte eingeräumt werden. Auch die beiden ersten Fachwerkhäuser haben die Ehrenamtlichen selbst finanziert und errichtet.