Gies

Nasen riechen gern Vanille

Glinde (unb). Die Schweden mögen sie überhaupt nicht, die Amerikaner dafür umso mehr: Die Rede ist von Duftkerzen.

Rund fünf Millionen Euro (zehn Prozent des Gesamtumsatzes) verdient die Firma Gies mit dem Verkauf von Duftkerzen. Tendenz steigend, sagt Vertriebschef Claus Dieter Durynek. Vor allem osteuropäische Länder wie Polen, Ungarn oder Tschechien entdecken die parfümierten Lichter für sich. "Duftkerzen vermitteln ein Gefühl von Behaglich- und Sauberkeit", sagt Marketingmitarbeiterin Katja Scharnberg. Ob Ungarn, Polen oder Deutsche: Beim Aroma sind sich alle einig. Unangefochtene Nummer eins ist die Vanillekerze. Im Sommer werden für den lauen Abend auf dem Balkon auch gern Kerzen mit Zitronenaroma gekauft, sagt Durynek. Im Winter greifen die Kunden zu "christmas dream" (Weihnachtstraum) oder "baked apple" (Bratapfel).

Anfang der 90er-Jahre hielten Duftkerzen Einzug in die deutschen Verkaufsregale. Der Trend schwappte aus Amerika rüber und hält seitdem ungebrochen an. Neun unterschiedliche Düfte verarbeitet Gies in seinen Kerzen, hinzu kommen vier saisonale Düfte. Anfangs stand das Erdbeeraroma noch hoch im Kurs. Das können die Kunden mittlerweile nicht mehr riechen, die Erdbeerkerze hat der Kerzenhersteller aus dem Sortiment genommen.

Damit eine Kerze auch gut riecht, müssen die Mitarbeiter von Gies eine gute Nase beweisen und an bis zu 230 verschiedenen Proben eines Aromas riechen. Der Sieger wird später dem flüssigen Parafin beigemischt. Beim Mischungsverhältnis achtet Gies darauf, dass die Duftkonzentration die Deklarationspflicht nicht überschreitet, "damit Allergiker auch ihre Freude an Duftkerzen haben", sagt Durynek.