Stormarn liest ein Buch

Glinder berichten von ihren DDR-Erfahrungen

Glinde (kb). Es gibt in der Stadt eine debattier- und diskutierfreudige Szene.

Die stets gut besuchten "Denkanstöße" im Gutshaus, Philosophie-Kurse in der VHS belegen das. Dass viel und gern gelesen wird, beweisen Stadtbücherei und Bücherkate. Die beiden laden gemeinsam mit den Lesepaten, der VHS und der Sönke-Nissen-Park Stiftung für Donnerstag, 3. Mai, um 19.30 Uhr, alle ins Gutshaus ein, die am Gedanken-Austausch interessiert sind. Den Rahmen gibt die Aktion "Der Kreis Stormarn liest ein Buch".

Als Aufhänger für den Gesprächsabend, der unter "Lebenszeiten-Lebenslinien" firmiert, dient das Buch "In Zeiten des abnehmenden Lichts" von Buchpreisträger Eugen Ruge. Es beschreibt eine Familie und wie ihre Generationen von den sich wandelnden Zeiten und politischen Systemen geprägt wurden: Die Großeltern, die Anfang der 1950er-Jahre als überzeugte Kommunisten aus dem Exil in die junge DDR zurückkehren und die neue Republik mit aufbauen; der Sohn, der nach Moskau emigriert, nach der Verbannung nach Sibirien in die DDR zurückkehrt und daran glaubt, dass das System verändert werden kann; schließlich der Enkel, der der DDR den Rücken kehrt und in den Westen auswandert.

Drei Glinder aus drei Generationen werden als Impulsgeber ihre Erfahrungen zu Passagen des Buches beitragen. Das sind: Hannes Kröger (74), der die DDR 1957 verlassen hat. Dr. Marlies Lehmann (56), die bis 1989 in der DDR lebte, und Mandy Staeck (33), die im Westen aufwuchs. "Wichtig: Keiner muss das Buch dafür gelesen haben", unterstreicht Silke Löbbers, Leiterin des Gutshauses. Sie moderiert den Gesprächsabend gemeinsam mit Johannes Ratzek. Der Eintritt ist frei.