Kriminalität

Jeder zweite Einbruch scheitert

Glinde. Haus- und Wohnungsbesitzer können aufatmen: Erfahrungsgemäß nimmt die Zahl der Einbrüche ab, wenn die Tage wieder länger werden. Einbrüche gab es im vergangenen Jahr aber mehr als sonst: 75 verzeichnete die Polizei in Glinde.

Das sind 21 mehr als noch in 2010 und dreimal so viele als noch in 2008. "Die Täter haben es vor allem auf Geld, Schmuck und Laptops abgesehen", sagt Polizeichef Eggert Werk. Der Schmuck tauche manchmal in Pfandhäusern wieder auf.

Doch nicht in allen 75 Fällen waren die Einbrecher erfolgreich - bei mehr als der Hälfte blieb es bei einem Versuch. Entweder wurden die Täter beim Aufbrechen der Tür oder des Fensters gestört oder aufmerksame Nachbarn riefen die Polizei. Letzteres passiere erfreulicherweise immer häufiger, sagt Werk.

Weniger erfreulich ist, dass im vergangenen Jahr mehr Autos gestohlen wurden als in 2010. Insgesamt kamen 25 Fahrzeuge weg. Das sind elf mehr als 2010. Bei den Diebstählen handelte es sich vor allem um gebrauchte Autos der Marke BWM. "Wir gehen davon aus, dass sich eine Gruppe auf die Marke spezialisiert hat", sagt Polizeichef Eggert Werk. Merkwürdig sei nur, dass die Fahrzeuge bislang nirgendwo wieder aufgetaucht sind. Weder in einem benachbarten Kreis, noch an der Grenze zu Polen.

Stark nachgelassen hat hingegen das Interesse der Diebe am Zubehör der Fahrzeuge: "Die Zahl der Autoaufbrüche ist seit Jahren deutlich rückläufig", sagt Werk. Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat sich die Zahl von 150 auf 60 mehr als halbiert. "Autoaufbrüche gehörten zur Beschaffungskriminalität. Die entwendeten Autoradios wurden weitergekauft. Jetzt sind Radios kaum noch gefragt", sagt Werk.

Weniger Anzeigen nahm die Polizei in 2011 auch wegen Sachbeschädigung an öffentlichen Plätzen oder Pkw auf. "Graffiti und mutwillige Zerstörung sind in 2011 deutlich zurückgegangen", so Werk. 122 Fälle sind der Polizei bekannt, in 2010 waren es 39 mehr. Der Polizeichef führt das zum einen auf die erfolgreiche Ermittlungsarbeit der Polizei zurück, die Sprayer auf frischer Tat stellen konnte, zum anderen auf die intensive Jugendarbeit in der Stadt. "Die Arbeit von Sozialpädagogen wirkt sich immer positiv auf die Kriminalitätsentwicklung aus", ist seine Erfahrung.

Fest steht, dass Glinde laut aktueller Kriminalitätsstatistik in 2011 die sicherste Kommune im Kreis Stormarn war. Die Zahl der Straftaten nahm um 13 Prozent ab: von 1100 (2010) auf 950. In den ersten drei Monaten setzt sich dieser Trend laut Werk fort.

Allerdings hat diese positive Entwicklung auch einen Nachteil: Bleibt Glinde so sicher wie bisher, wird früher oder später Personal aus der Zentralstation abgezogen. Derzeit arbeiten hier 20 Polizisten. Grund zur Beunruhigung besteht aber nicht: "Wir sind durch die Nähe zu Hamburg und Reinbek in einer sehr komfortablen Situation. Bei Bedarf sind in kurzer Zeit zehn Streifenwagen und mehr vor Ort", sagt Eggert Werk.