Lässt die Stadt das Gebäude verrotten?

Glinde (st). Eine Kneipe auf einem Schulgelände ist offenbar nicht besonders gefragt. . . Die einstige "Jever Deel" zwischen den Sporthallen am Oher Weg steht - abgesehen von einem kurzen Gastspiel im Sommer - seit April 2011 leer.

Zuvor konnten sich hier 30 Jahre lang Glinder nach dem Sport in der Turnhalle oder auf einer der drei Doppel-Kegelbahnen im Keller stärken. Eigentümerin der Immobilie ist die Stadt. Eine Anfrage der SPD im Bauausschuss ergab jetzt, dass der Leerstand nicht nur der Lage geschuldet ist.

"Theoretisch könnte man den Betrieb sofort aufnehmen", sagte Klaus Behrendt vom Bauamt. "Die Ausstattung entspricht einer bürgerlichen Gaststätte. Die Renovierung ist allerdings ein anderes Thema." Denn es gebe Feuchtigkeitsschäden im Keller und an der Holzfassade. "Wir erwarten Sanierungskosten in Höhe von 175 000 Euro", sagte Behrendt. Energetisch sei das Gebäude auf dem Stand von vor 30 Jahren. "Im hinteren Bereich sitzt man wie in einer Gartenlaube. Die Betriebskosten sind daher sehr hoch."

Werner Kirsch (SPD) mahnte: "Das Gebäude müsste doch abgerissen werden, wenn es nicht saniert wird."

Matthias Sacher (CDU) bestätigte: "Egal, ob wir das Gebäude einer komplett anderen Nutzung zuführen oder es abreißen: Wir müssen eine Entscheidung treffen. Wenn ein Gebäude rott ist, bringt Abwarten gar nichts." Jetzt beraten die Fraktionen über die Zukunft der "Jever Deel".