Stadtentwicklung

Glinde stößt bald an seine Grenzen

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Jörg Ahrent

Für die Weiterentwicklung der Stadt wird es in Zukunft eng - zumindest, was Flächen für den Wohnungsbau und die Gewerbeansiedlung angeht: Glinde stößt räumlich an seine Grenzen.

Das Stadtgebiet umfasst insgesamt eine Fläche von 1121 Hektar. Davon sind bereits etwa 20 Prozent Wohnbauflächen, etwas mehr als 17 Prozent gemischte und gewerbliche Flächen (Stand: 31.12.2007). Will die "Junge Stadt im Grünen" nicht ihren Charakter verlieren, bleibt nicht viel Spielraum für ein weiteres Wachstum.

"Das Stadtgebiet ist ausgeschöpft", sagt Bürgermeister Uwe Rehders. Für Gewerbebetriebe gebe es nur noch Restflächen am Biedenkamp oder der Wilhelm-Bergner-Straße. Neue Gebiete würden wohl nicht mehr ausgewiesen. "Theoretisch vorstellbar wäre, die Fläche zwischen Biedenkamp und Autobahn A 24 zu entwickeln", so der Bürgermeister. Wahrscheinlich sei das jedoch nicht. "Nach Aussage von Gutachtern gibt es in der Region genügend Gewerbeflächen."

Einen großen Sprung wird Glinde in den kommenden Jahren noch einmal in der Bevölkerungsentwicklung machen. Mit der Bebauung des ehemaligen Depotgeländes dürfte die Stadt die Marke von 18 000 Einwohnern knacken. Doch dann wird eher eine Phase der Stagnation einsetzen. "Potentielle Flächen für Wohnbebauung gibt es noch zwischen Avenue St. Sebastien und Golfplatz sowie an der Straße Am Sportplatz", sagt Rehders. "Aber das war's dann auch." Hinzu komme, dass in Glinde ein politischer Konsens bestehe, die Stadt nicht über 20 000 Einwohner wachsen zu lassen.

Allerdings wird auch angestrebt, zum Stadtrandkern 1. Ordnung hochgestuft zu werden und dadurch höhere Schlüsselzuweisungen vom Land zu erhalten. "Das geht nicht zusammen, weil wir dafür eben über die magische Einwohnergrenze kommen und noch mehr Infrastruktur bieten müssten", so Rehders.

Hilfe könnte hier aus Kiel kommen. In einem "Raumordnungsbericht zentrale Orte" ist angedacht, mehrere Kommunen funktional zu einem Mittelzentrum zusammenzufassen. "Da wäre auch der Bereich Glinde/Reinbek im Gespräch. Das ist aber erst einmal nur ein Denkansatz, mit dem sich der Landtag aber beschäftigen wird", sagt Kurt Püstow, Leiter der Landesplanung im Innenministerium. Konkret werden dürfte diese Idee allerdings frühestens in der nächsten Legislaturperiode.

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