Leserbriefe

"Ehrung von Herrn Rübner ist in Ordnung"

| Lesedauer: 2 Minuten

Betr.: "Zukünftige Straßennamen auf dem Depot-Gelände", zum Leserbrief von Herrn Diesing am 8. 1. 2009

Ihre Kritik an der Art und Weise, wie "die Politik" in Glinde über die neuen Straßennamen für das Neubaugebiet befunden hat, teile ich im Ansatz auch. Auch welche Namen da teilweise ausgewählt wurden, ist schon drollig (ich meine allerdings mehr "die plattdeutschen Berufsbezeichnungen" und nicht die der geehrten früheren Kommunalpolitiker). Auch ist nichts daran auszusetzen, wenn Sie als ehrbarer Glinder Bürger der "Jetztzeit" danach fragen, wieso nun gerade die oder der eine bedacht wurden und andere nicht. Dass Ihr Vater oder auch Herr Pritschau nicht vorgeschlagen wurden, erklärt sich für mich schlichtweg mit den Rollen, die beide im Glinde der Nazizeit gespielt haben. Im Kern geht es aber wohl doch allein um die Ehrung für Herbert Rübner, der vor seinem Übertritt zur SPD ca. 1948 der KPD angehörte, wie man seit 60 Jahren weiß und auch schon damals wusste, als er sein Bürgermeisteramt antrat. Gegen seine Ehrung sollen sich einige Vertreter der CDU ja heftig gewehrt haben. Um es auf den Punkt zu bringen: Wer damals, wie zum Beispiel Ihr Vater, nicht nur "Mitläufer", vielmehr als Bürgermeister aktiv die Staatsdoktrin vertrat (mag er dabei für Glinde ein guter Manager und vielleicht auch sonst ein ehrbarer Mann gewesen sein), war vielleicht nicht Täter, aber in jedem Fall Teil und Stütze des Systems, das für den damaligen Untergang unserer Zivilisation verantwortlich war. Was man von den Gegnern dieses Systems, den Sozialdemokraten, den Kommunisten, Teilen der Kirchen u.a., die zu Tausenden hingerichtet wurden, nicht behaupten kann. Und daher: Die Ehrung für Herrn Rübner geht schon in Ordnung. Ich bin sicher, dass Sie das im Grunde genau so sehen.

Norbert Schicketanz

Markt 1

21509 Glinde

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