Diskussionskreis

Interesse an Gesundheitsfonds groß

Glinde (ilk). So viele Interessierte kamen selten, wenn der Diskussionskreis 60 plus einen Redner zu einem aktuellen Thema eingeladen hatte. Doch diesmal wollte Gunar Schlage, Bezirksdirektor der AOK Schleswig-Holstein, die Änderungen im Krankenversicherungssystem - Stichwort Gesundheitsfonds - vorstellen.

Das Kasposvár-Zimmer im Bürgerhaus war bis zum letzten Platz gefüllt.

Der am 1. Januar 2009 in Kraft getretene Gesundheitsfonds funktioniert folgendermaßen: Der Beitragssatz wurde bundeseinheitlich auf 15,5 Prozent für alle Arbeitnehmer und Rentner festgelegt. Arbeitgeber und Rentenversicherungsträger entrichten die Beiträge weiterhin an die aktuell knapp 200 Krankenkassen, welche die Mittel an den Gesundheitsfonds weiterleiten. Zum Ausgleich für versicherungsfremde Ausgaben zahlt der Bund außerdem einen Zuschuss aus Steuergeldern, allein im Jahr 2009 etwa vier Milliarden Euro. Der Gesundheitsfonds verteilt dann die Mittel nach einem Pauschalbetrag für jeden Versicherten, außerdem gibt es Zuschläge je nach Alter, Geschlecht und persönlichem Krankheitsbild (morbiditätsorientierte Zuschläge). Im Grunde genommen eine gute Sache, wie Gunar Schlage fand, hätte dieses System doch zur Folge, dass die Kassen nicht mehr ausschließlich "Jagd" auf junge, gesunde und gut verdienende Menschen machten.

"Doch woher wissen die beim Gesundheitsfonds, welche Gebrechen der einzelne Patient hat", lautete eine der zahlreichen Nachfragen aus dem Publikum. Die Daten kämen aus den Krankenhausverwaltungen und von den kassenärztlichen Vereinigungen, erklärte Schlage auch dies.

Nach zwei Stunden schloss SPD-Ortsvorsitzende Marietta Exner den Abend.

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Glinde