Stimmen der Schülervertretung

Selbst verwaltetes Juz nicht hoch im Kurs

Glinde (ahr). Zurzeit wird auf der politischen Ebene intensiv über die Einrichtung eines selbst verwalteten Jugendzentrums (Juz) diskutiert. Doch was wollen eigentlich die Jugendlichen? Das haben wir die Schülervertreter von Integrierter Gesamtschule (IGS) und Gymnasium gefragt.

Sina Steinfatt und die drei weiteren Schulsprecher der IGS haben mit Hilfe der Klassensprecher eine nicht-repräsentative Umfrage in den Klassen neun bis 13 gestartet. "Dabei kam fast immer das Gleiche heraus", berichtet die 18-Jährige. "Wir finden die Idee grundsätzlich gut, würden selbst nicht hingehen und befürchten, dass ein selbst verwaltetes Juz nicht lange besteht." Viele Schüler hätten zur Begründung angegeben, nicht in Glinde zu wohnen und über ein örtliches Juz zu verfügen. "Außerdem wurde die Befürchtung geäußert, dass die Jugendlichen, die das Haus führen, nicht die nötige Reife hätten." Eine starke politische Orientierung der Einrichtung wurde ebenso als negativer Aspekt genannt wie die Gefahr von "Stress mit anderen Besuchern".

Allerdings gab es an der IGS auch positive Stimmen. "Einige meinten, dass durch eine solche Einrichtung nicht mehr so viele Jugendliche auf der Straße rumhängen würden", erläutert die Schulsprecherin. Wichtig sei allen vor allen Dingen die politische Offenheit.

Am Gymnasium ist die Grundstimmung bei den älteren Jahrgängen nach Einschätzung der Schülervertretung (SV) eher gegen ein selbst verwaltetes Juz gerichtet. Allerdings habe die meisten das Thema noch gar nicht erreicht. Die SV selbst hingegen hatte bereits ein Gespräch mit der Grünen-Politikerin Susanne Böhnert-Tank. "Dabei haben wir gesagt, dass unserer Meinung nach eine Selbstverwaltung nicht funktioniert", sagt ein SV-Mitglied, das ungenannt bleiben möchte. Deshalb werde sich die SV auch nicht beim Aufbau eines autonomen Juz engagieren.

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