Auszubildende

Handwerk braucht mehr Nachwuchs

Bad Oldesloe. Vor einem dauerhaften Engpass bei der Suche nach Auszubildenden hat Stormarns Kreishandwerksmeister Rolf Prosch gewarnt: "Es wird ein regelrechter Wettlauf um die Jugendlichen entbrennen", so seine Prognose vor rund 130 Gästen beim 32. Jahrestreffen des Stormarner Handwerks am Montagabend in der Hauptstelle der Sparkasse Holstein in Bad Oldesloe.

"Wer künftig Fachkräfte einsetzen will, sollte die personelle Zukunft seines Unternehmens selbst in die Hand nehmen", sagte der Kreishandwerksmeister. Das gelte für den Betrieb mit drei Beschäftigten ebenso wie für den mit 30 oder 300: "Immer mehr junge Menschen beginnen ein Studium oder eine Ausbildung bei großen Industrie- und Dienstleistungsunternehmen." Es sei daher unabdingbar, in einer breit angelegten Kampagne und regelmäßigen Job-Messen zur besseren Wahrnehmung des Handwerks und auch seiner vielfältigen Berufe wie Fleischer, Friseur oder Zahntechniker beizutragen, so Proschs Fazit. Und Gastredner Dr. Henning Görtz, Bürgermeister von Bargteheide, appellierte an die Kommunen, bei der Vergabe von Aufträgen mehr als bisher die örtlichen Handwerksbetriebe zu berücksichtigen. Die im Konjunkturpaket II der Bundesregierung beschlossene Erhöhung der Wertgrenze für die ausschreibungsfreie Vergabe von Aufträgen auf 100 000 Euro sei ein Schritt in die richtige Richtung, so Görtz. Er rechnete vor, dass der örtliche Unternehmer bei gleicher Qualifikation die bessere Wahl für die Kommune sei, weil diese mit der von ihm zu entrichtenden Gewerbesteuer einen Teil ihrer Ausgabe zurückerhält.

( tv )

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