Container-Streit

Zu wenig Platz für die Müllabfuhr

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Sandra Barth

Glinde. Hansjürgen Buchheit versteht die Welt nicht mehr. Kopfschütteln rufen bei ihm nicht nur die seiner Meinung nach völlig falsch platzierten Müllcontainer vor dem Mehrfamilienhaus am Oher Weg 28 hervor, auch die Haltung des Bauausschusses kann der Sprecher der Wohnungseigentümer-Gemeinschaft (WEG) nicht verstehen.

Der Ausschuss muss immer noch darüber beraten, was für den 71-Jährigen und die 90 anderen Wohnungsbesitzer längst feststeht: Die Abfallbehälter vor dem Haus müssen umgesetzt werden.

Die Container sind vor dem Haus mit der Nummer 28 in einer festen Vorrichtung platziert. Die Müllabfuhr hat nur Zugang über die Einfahrt des Gebäudekomplexes mit der Hausnummer 26. Weil aber die Parkplätze in der Zufahrtsstraße verkürzt sind, braucht nur ein Fahrzeug im Weg stehen und die Männer in Orange kommen nicht mehr an den Müll ran. "In solchen Fällen fährt die Müllabfuhr unverrichteter Dinge ab und der Abfall bleibt liegen", berichtet Buchheit. Das hat Folgen: Abgesehen von der unangenehmen Geruchsentwicklung musste im vergangenen Jahr der Schädlingsbekämpfer anrücken. Ratten waren von den Essensresten in den Müllbeuteln angezogen worden. "Wir haben hier spielende Kinder", gibt der Oststeinbeker zu bedenken. Das Problem mit der schlechten Zuwegung bestehe bereits seitdem die Wohnanlage 1994 errichtet wurde, im vergangenen Jahr hätten sich jedoch solche Vorfälle gehäuft.

Geht es nach Buchheits Vorstellungen, soll nun ein Parkplatz zu einem Durchweg zum Oher Weg umgestalten werden. Die feste Vorrichtung, in der die Container aufbewahrt werden, könnte innerhalb des zwischen Parkplätzen und Bürgersteig liegenden Walls aufgestellt werden. "Ohne dabei die Bäume zu beschädigen", betont Buchheit. "So hätte die Müllabfuhr uneingeschränkten Zugang über den Oher Weg", erklärt der pensionierte Bauingenieur.

Die 91 Eigentümer der WEG haben sich geschlossen für diese Lösung ausgesprochen. Buchheit wandte sich damit im August 2008 erstmals an die Stadt, doch der Bauausschuss habe bei einer ersten Begehung die Pläne zurückgewiesen. Dabei spricht auch aus verkehrstechnischer Sicht nichts gegen die Verlagerung an den Oher Weg. "Wir hätten keine Probleme damit, wenn der Müllwagen dort hält, das macht er ja auch in allen anderen Straßen", sagt Dienststellenleiter Eggert Werk von der Polizei Glinde.

"Eine Ablehnung nehmen wir nicht hin", betont Buchheit. Bei der Bauausschusssitzung am vergangenen Donnerstag trug er das Anliegen der WEG erneut vor. Ob der Müllcontainer-Streit weitergeht, wird sich bei der nächsten Sitzung am 5. März entscheiden. Dann wollen die Mitglieder erneut über die Tonnen beraten.

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