Wirtschaft

Gesellschafter einer Mini-GmbH

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Susanne Tamm

Bad Oldesloe/Lütjensee. Axel Hohenegger hat es bisher nicht bereut: Seit Anfang November vergangenen Jahres ist er der Gesellschafter einer "Mini-GmbH". Doch die Unternehmergesellschaft (UG), wie die neue Geschäftsform offiziell heißt, scheint sich noch nicht durchgesetzt zu haben.

"Haftungsbeschränkt" ohne Riesenkapital - Axel Hohenegger ist zufrieden mit neuer Geschäftsform.

Denn bislang gibt es erst zehn Mini-GmbH im gesamten Kreis Stormarn - eine davon ist Hoheneggers Unternehmensberatung in Lütjensee.

"Ich war der Zweite der eine Unternehmergesellschaft auf dem Amt anmelden wollte", berichtet der 43-Jährige. "Ich hatte aber schon darauf gewartet, dass das Gesetz endlich durchkommt."

Der Unternehmensberater, der auch Existenzgründer zu seinen Kunden zählt, sieht die Mini-GmbH als zukunftsweisend. "Ich hatte als Einzelunternehmer schon lange darüber nachgedacht, wie ich die Haftung für meine Firma beschränken könnte", erzählt Hohenegger, der seit 1997 mit den Schwerpunkten Buchhaltung, Lohnabrechnung und Controlling selbstständig ist.

Bei der "Limited", einer aus Großbritannien stammenden Geschäftsform, hätte er immer mit zwei Rechtsgebilden, einem britischen und einem deutschen zu tun gehabt. Das mache nur bei internationalen Geschäften Sinn. Bei der herkömmlichen Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH) hätte er ein Kapital von 25 000 Euro aufbringen müssen. Als " Inhaber" einer UG hingegen kann er selbst entscheiden, wie viel er einzahlen will: von einem bis 24 999 Euro ist alles möglich. Allerdings muss der Gesellschafter so lange mindestens 25 Prozent seines Gewinns in eine Rücklage einzahlen, bis die 25 000 Euro erreicht sind. Dann kann die UG in eine GmbH umgewandelt werden.

Die Entscheidung, ob ein Existenzgründer die UG für seine Firma wählt, müsse aber immer von Fall zu Fall entschieden werden, betont der Unternehmensberater. Dafür würden sowohl wirtschaftliche als auch steuerrechtliche Gründe relevant sein. "Erhält ein Gesellschafter mit einem Kapital von einem Euro beispielsweise eine Rechnung über 10 000 Euro, kann er eigentlich gleich Insolvenz anmelden", sagt Hohenegger. Bei hohen Ausgaben müsse auch das Stammkapital angepasst werden.

Für seine UG hat Hohenegger 5000 Euro eingebracht. "Bei mir ist alles positiv gelaufen: Banken, Versicherung und Leasing-Geber haben alle mitgespielt", erzählt der Lütjenseer. "Allerdings war ich ihnen schon als erfolgreicher Unternehmer bekannt." Denn er vermutet, dass viele Neugründer durch die Bedingung abgeschreckt werden, dass sie auf allen Formularen hinter ihrem Firmennamen in Klammern ausdrücklich "haftungsbeschränkt" mit abdrucken müssen. "Doch irgendwann wird sich auch dafür eine Abkürzung durchsetzen ", ist er überzeugt. Auch der Mini-GmbH will er noch etwas Zeit geben. Denn auch die Nachfolge wie der Ausbau der Geschäftsfelder seien in einer UG einfacher zu regeln.

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