Kriminalität

Sicherheitsmann knackt auf seiner Runde Automaten

Oststeinbek (gr). Als Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes sollte Sven P. gemeinsam mit einem Kollegen nachts die Innenräume des Supermarkts in Oststeinbek bewachen. Doch der 29-Jährige war genau der falsche Mann am falschen Ort. Er wurde selbst zum Dieb.

Während sein Kollege im Untergeschoss seine Runden ging, hebelte er mit einem Schraubendreher aus der Werkzeugabteilung des Ladens einen Geldspielautomaten im Restaurant des Supermarktes auf und entnahm 450 Euro sowie die Schlüssel für zwei weitere Automaten. Die Beute daraus betrug noch einmal rund 300 Euro. Beim Diebstahl des Schraubendrehers wurde P. von der Überwachungskamera gefilmt, damit war auch der Einbruch in die Automaten rasch aufgeklärt.

Jetzt wurde der Fall vor dem Amtsgericht Reinbek verhandelt. Der Angeklagte gab alles bereitwillig zu, allerdings hatte er selbst keine einleuchtende Erklärung für die dreiste Tat. "Ich weiß selbst nicht, was mit mir los war, ich habe in dem Moment wohl nicht richtig getickt", sagte er.

Es war seine erste Straftat gewesen, sein Vorstrafenregister war absolut sauber. Er hat auch wieder einen Arbeitsplatz, lebt in einer festen Partnerschaft und wird bald Vater, insgesamt also die besten Voraussetzungen für ein - jetzt wieder - geordnetes Leben. Die Staatsanwältin wollte ihn dann auch mit einer Geldstrafe davonkommen lassen, sie beantragte 100 Tagessätze zu 15 Euro.

Der Richter ging mit seinem Urteil jedoch dann weit über diesen Antrag hinaus: Acht Monate Freiheitsstrafe, die er allerdings zur Bewährung aussetzte. Der Angeklagte habe das in ihn gesetzte Vertrauen schändlich missbraucht, für die Tat komme deshalb nur eine Freiheitsstrafe in Betracht, so der Richter.

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