Kinderbetreuung

Bei Kita-Plätzen ist Glinde spitze

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Sandra Barth

Glinde. Im Norden werden deutlich weniger Kinder in Tagesstätten (Kita) betreut als in anderen Teilen Deutschlands. Die Betreuungsquote liegt laut Statistischem Bundesamt in Schleswig-Holstein mit 84 Prozent und in Hamburg mit 81 Prozent am niedrigsten.

Hingegen steht Glinde bei der Betreuung im Elementarbereich sehr gut dar: In der Stadt haben fast 97 Prozent aller Drei- bis Sechsjährigen einen Kita-Platz.

Die hohe Quote ergebe sich aus 360 Kita-Plätzen plus weiteren 38 sogenannten kindergartenähnlichen Plätzen, die sich von den herkömmlichen durch eine niedrigere Anzahl der Betreuungstage und -stunden ergebe, erklärt Stadtjugendpflegerin Angelika Thomsen. Auf die insgesamt 398 Plätze entfielen 373 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren. Der Rest werde von Siebenjährigen belegt, die aus der Statistik herausfallen und auf ihren Schulantritt warten. Zwölf der 373 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren besuchen außerhalb von Glinde eine entsprechende Einrichtung. Die Zahlen sind von Januar 2008. 1,6 Millionen Euro gibt die Stadt jährlich für den laufenden Betrieb der Kinderbetreuungseinrichtungen in Glinde aus.

Spitzenreiter in puncto Betreuungsquote ist im Ländervergleich Thüringen, wo 96 Prozent der Kinder nach Angaben des Statistischen Bundesamtes eine Kita besuchen. Dort ist auch der Anteil der Ganztagsbetreuten am größten, fast 89 Prozent sind in einer solchen Einrichtung mehr als sieben Stunden am Tag untergebracht. In Glinde ist nicht nur die Betreuungsquote ähnlich hoch wie im Spitzenland Thüringen, sondern auch der Betreuungsumfang. Elementarkinder werden in der "jungen Stadt im Grünen" in der Regel sechs bis acht Stunden in Kitas betreut. Ganz anders in Schleswig-Holstein, wo nur 15 Prozent der Kinder mehr als sieben Stunden pro Tag eine solche Einrichtung besuchen. Niedriger liegt diese Quote bundesweit nur in Niedersachsen (13 Prozent) und Baden-Württemberg (zehn Prozent). (Die ganze Statistik unter www.destatis.de )

"Wir sind im Speckgürtel von Hamburg", erklärt Thomsen die deutlich bessere Betreuungssituation in Glinde im Vergleich zum Rest des Nordens. Die niedrige Betreuungsquote der Hansestadt von 81 Prozent ergibt sich vor allem dadurch, dass dort rund neun Prozent der bis Fünfjährigen in die Vorschule gehen. Für die 361 Glinder Kleinkinder sieht es indes nicht so rosig aus. 2008 besuchten nur 14 der unter Dreijährigen eine Kita. Thomsen: "Die Kleinkinderbetreuung wird in Glinde aber bereits ausgebaut."

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