Sozialausschuss

Mehrheit für Jugendzentrum

| Lesedauer: 2 Minuten
Jörg Ahrent

Glinde. Wenn es nach der Mehrheit im Sozialausschuss geht, wird es in absehbarer Zeit ein selbst verwaltetes Jugendzentrum in der Stadt geben. Mit den Stimmen von Bündnis 90/Die Grünen und SPD wurde am Dienstagabend der Verwaltung ein Prüfauftrag erteilt. Zahlreiche der anwesenden Jugendlichen quittierten diese Entscheidung mit Applaus.

Sozialausschuss gibt Verwaltung Prüfauftrag für eine selbst verwaltete Einrichtung.

"Es gibt in zentraler Lage keine Möglichkeit für Jugendliche, sich zu treffen. Mit einem selbst verwalteten Jugendzentrum geben wir ihnen die Chance, Verantwortung zu übernehmen", sagte Susanne Böhnert-Tank (Grüne) zur Begründung des Antrags ihrer Fraktion. Deshalb sollten die Jugendlichen von Beginn an in den Prozess einbezogen werden. Auch die Sozialdemokraten wollten "dieses Experiment wagen", wie es Frank Lauterbach ausdrückte, und stimmten dem Antrag zu. Die CDU-Fraktion hingegen blieb bei ihrem Nein gegenüber der Idee eines selbst verwalteten Jugendzentrums. Sie sieht in einer solchen Einrichtung die Gefahr, dass sie zum Stützpunkt für Radikale wird.

Nach Vorstellung der Grünen soll das neue Jugendzentrum bereits im Spätsommer seine Arbeit aufnehmen. "Es kann nur darum gehen, Räume anzumieten oder einen Container aufzustellen", sieht Böhnert-Tank diesen Zeitrahmen realistisch. "Später kann man dann schauen, ob es andere Möglichkeiten gibt."

Eine dieser "anderen Möglichkeiten" könnte auch eines der zwei Stabsgebäude auf dem Depotgelände sein. Denn diese beiden Gebäude waren Gegenstand eines zweiten Antrags der Grünen-Fraktion. Sie möchte, dass dort Gemeinwesenarbeit geleistet wird, also Volkshochschule, Bücherei, Kinderhaus der SVS oder auch der Kinderschutzbund Stormarn dort einziehen. "Außerdem gibt es an zentraler Stelle in Glinde weder ein Café noch Angebote für Jugendliche. Wir gründen hier einen neuen Stadtteil mit 2000 Einwohnern, aber die Gemeinwesenarbeit beschränkt sich auf eine Kita", so Böhnert-Tank. "Wir wollen ein Konzept, dass sich unter Beteiligung der Bürger weiterentwickeln soll." SPD-Mann Lauterbach betonte die Möglichkeit, andere Töpfe außer dem Stadtsäckel zur Finanzierung heranzuziehen, mahnte eine Entscheidung an. "Wir können das nicht auf die lange Bank schieben."

Dass es jetzt schon für solche Nutzungsvorschläge zu spät ist, glaubt Böhnert-Tank nicht. "Es wurde immer deutlicher, dass die Grundstücksgesellschaft 'An der Alten Wache' kein echtes Konzept für die Stabsgebäude hat. Insofern besser jetzt als gar nicht aktiv werden." Auch die CDU konnte sich schließlich für diesen Vorstoß erwärmen, so dass der Antrag einstimmig angenommen wurde.

Hauke Asmussen, Geschäftsführer der Grundstücksentwicklungsgesellschaft "An der Alten Wache", zeigte sich erstaunt ob des Beschlusses. "Das ist für mich ein völlig neuer Ansatz."

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt's hier: Glinde