Tierisch

In der Weihnachtsbäckerei . . .

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Barsbüttel (st). Zimtduft strömt dem Besucher entgegen, als Denny Kautzsch die Tür öffnet. Fast entschuldigend sagt er bei der Begrüßung: "Das ist hier eine Hundewohnung." Das allerdings ist nicht zu übersehen: Nicht nur, dass seine vier Yorkshire-Terrier Nando, Loli, Fibi und Bijou den Gast überschwänglich liebevoll begrüßen:

Kleine Stufen führen auf das Sofa, dort liegen Hundekissen und Kekse in Knochenform, in den Regalen sind Flaschen mit Pflegemitteln für die Vierbeiner nicht zu übersehen, an den Wänden hängen Fotos mit seinen haarigen Lieblingen und auf dem Fußboden stehen lebensgroße Terrier-Figuren.

"Meine Hunde gehen mir über alles", sagt der 30-Jährige. "Andere haben einen Porsche oder kiffen, ich mache lieber etwas Verantwortungsvolles." Seine Tiere versorgt er vorbildlich. Und dazu gehören eben selbst gebackene Weihnachts-Hundekekse, die er auch über www.hundeschlaraffenland.de im Internet vertreibt.

Dort bekommt der Hundefreund unter anderem selbst gebackene Leckerlis für seine Hausgenossen. "Mein Hauptgeschäft", sagt Kautzsch. Von Leberwurstchips über Schinkenröllchen oder Rote Cantuccini bis zu Zimtherzen - 35 verschiedene Hundekekse mit und ohne Fleisch hat er zurzeit im Sortiment. Im Monat backt er etwa 35 Kilogramm der Leckerlis - besonders in der Vorweihnachtszeit. Sie seien alle ohne Konservierungsmittel, Lockstoffe, Geschmacksverstärker oder irgendwelche Abfallprodukte, erklärt der passionierte Hundekeks-Bäcker. Den Ofen wirft er nur auf Bestellung an: Alles soll möglichst frisch bei seinen Kunden ankommen.

Seine Vorkoster sind aber nicht etwa nur seine vierbeinigen Mitbewohner, er selbst testet seine Produkte auch. "Da kommt nichts hinein, was wir nicht auch selbst essen würden", erzählt er. Für die Weihnachtskekse gibt er beispielsweise Honig, "ordentlich" Zimt, Haferflocken, Weizenmehl, Dinkelmehl und Reisflocken in das Rührgerät. In anderen Rezepturen gehört auch milde Leberwurst, Geflügelleber, Schmalz, Fenchel oder Schinkenwürste mit Weizenmehl, Thymian und einem Schuss Fleischbrühe. Wenn er alles gut durchgeknetet hat (dafür nimmt er mittlerweile eine kleine Teigmaschine), rollt er den Teig aus und sticht die Sterne mit einer üblichen Form aus. Die Mengenverhältnisse sind Betriebsgeheimnis. Für Weihnachten hat er außerdem Tannenbaum-Kekse und Zimtherzen im Sortiment. Dann schiebt er die Bleche in seinen Bäckerei-Ofen mit Umluft. Zwischendurch zupft er liebevoll Fibis Frisur zu Recht: "Wie Du wieder aussiehst!"

Wenn Herrchen den Ofen öffnet, springen seine Terrier an ihm hoch wie Gummibälle. "Die lieben die Kekse", erzählt Kautzsch. Nach dem Auskühlen verpackt er sein Gebäck wie Pralinen, die Bäume bekommen eine Portion Lametta mit in die Cellophantüte. "Eigentlich ist das zu aufwendig und kaum bezahlbar", räumt Kautzsch ein. "Aber mir macht das einfach Spaß." 250 Gramm Kekse ohne Fleisch kosten bei ihm 4,60 Euro, mit Fleisch 4,90 Euro. Hinzu kommen Lieferkosten. Auch nach den Feiertagen läuft es weiter, spätestens im April raucht der Schornstein wieder: Dann gibt es Gebäck in Hasen- und Eierform.

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