Bildung

Platz gibt es nur nach Schulschluss

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Sandra Barth

Glinde. Auf dem Schulhof der Grundschule Wiesenfeld herrscht Platznot. "Die Kinder können sich während der Pausen nicht mehr austoben, sind deshalb im Unterricht unruhiger und können sich nicht mehr so gut konzentrieren", sagt die kommissarische Schulleiterin Angelika Chrost.

Darum hat die SPD nun einen Antrag im jüngsten Kulturausschuss eingereicht. Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob es einer Erweiterung des Geländes bedarf.

Dass die Grundschule über einen zu kleinen Schulhof klagt, ist nicht neu. Bereits der letzte Schulleiter, Hans-Peter Fokuhl, hatte vor etwa drei Jahren auf die Schulhofsituation am Holstenkamp aufmerksam gemacht. Die hat sich mittlerweile verschärft, das Gelände ist noch kleiner geworden: 2007 wurde das Gerätehaus der Hausmeister, die sowohl für die Grundschule als auch die benachbarte Integrierte Gesamtschule (IGS) und Wilhelm-Busch-Schule (Förderschule) zuständig sind, auf dem Schulhof der Grundschule errichtet. Derzeit wird mit dem Neubau der Förderschule und des Hortes an der Südseite der Sporthalle die Fläche weiter verkleinert.

"Kinder wollen sich bewegen und müssen das auch", betont Chrost. Doch die Grundschüler können keinen Fußball mehr spielen, auch Seilspringen und Gummitwist seien nur noch eingeschränkt möglich. "In der Pause ist es ganz voll. Man stößt häufiger zusammen und so gibt es mehr Zank", bestätigt Sara Marie Schäfer (8) aus der Klasse 2b.

Dass sich mit dem Neubau auch der Schulhof der anderen beiden Schulen verkleinert, wird an der IGS und der Förderschule hingegen nicht als Problem empfunden: "Es gibt keine Klagen von Schülern oder Eltern", sagt IGS-Leiter Volker Wurr. Er und Förderschulleiter Kai Krause-Rosbach verweisen darauf, dass sich die Situation nach Bauende wieder entspannen werde, räumen jedoch ein, dass dann weniger Platz zur Verfügung stehen wird.

Derzeit besuchen 232 Kinder die Grundschule Wiesenfeld. Damit ist ihre Kapazitätsgrenze von 260 Schülern zwar noch nicht erreicht. Doch das könnte sich bald ändern. Chrost weist darauf hin: "Wenn Wohnungen und Häuser auf dem Depot-Gelände fertiggestellt und auch von Familien bezogen sind, werden sich noch mehr Kinder auf dem Schulhof drängen." Erweitert werden kann das Gelände nur zum Gellhornpark heraus. Eine Brücke führt vom Schulhof über einen Bachlauf dorthin. Doch das kostet Geld. Eine Pflasterung wäre nicht erforderlich, meint Chrost, jedoch eine Einzäunung. Ebenso müssten ein Weg und Beleuchtung verlegt werden. Ob die Grundschüler irgendwann unbeschwert toben können oder auch dieser Vorstoß im Sande verläuft, wird sich zeigen. Bislang hat sich die Verwaltung noch nicht mit dem Thema beschäftigt.

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