Theater

Heinz Erhardt in Oststeinbek auferstanden

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Oststeinbek (rem). "Sind alle drinne, dann könn' wa ja anfang'." Als berlinernder Filmvorführer, dem die Glühbirne des Filmprojektors nach nur ein paar Bildern durchgebrannt war, betrat Reinhard Krökel am Mittwochabend die Bühne des Oststeinbeker Theaters.

"Auf 'ner Betriebsfeier hab' ick mal den Erhardt gespielt, dann werd' ick dat hier och mal machen, wa?", fragte er ins Publikum und begann, sich in sein "Idol", den Komiker Heinz Erhardt, zu verwandeln.

Krökel schlüpfte gekonnt von der Rolle des verhinderten Filmvorführers in die des 1979 verstorbenen großen Komikers und Kabarettisten und sorgte so für eine gelungene Premiere.

Schwer hatte er es allerdings nicht, sein Publikum zu überzeugen, denn viele Besucher kannten noch Erhardts Verse und Lieder aus den 50er- und 60er-Jahren. Mit dessen Gedichten und Sketchen zog Krökel die Zuschauer schnell in seinen Bann. Die Schlager des großen Komikers - wie etwa "Linkes Auge blau, rechtes Auge blau" oder "Tante Hedwig" - animierten einige sogar zum Mitsingen. "Darauf habe ich schon gewartet", war zu hören, als Krökel das Lied "Fährt der alte Lord fort, fährt er nur im Ford fort" anstimmte.

Sonderapplaus gab es für Elisabeth Bong-Schmidt. Kurzerhand drückte Krökel der überraschten Zuschauerin den Text für einen Sketch in die Hand und bat sie auf die Bühne. "Sie könn' auch ma' wat tun", regte er - wieder als verhinderter Filmvorführer - an, und die ließ sich nicht lange bitten.

Über die kleinen Kümmernisse stellte er fest: "Wenn dir ein Fels vom Herzen fällt, so fällt er auf den Fuß dir prompt! So ist es nun mal auf der Welt; ein Kummer geht, ein Kummer kommt." Und für die Verliebten fragte er: "Was wär' ein Apfel ohne -sine, was wären Häute ohne Schleim? Was wär'n die Vita ohne -mine, was wär'n Gedichte ohne Reim? Was wär' das E ohne die -llipse, was wär' veränder ohne -lich? Was wär' ein Kragen ohne Schlipse, und was wäre ich bloß ohne dich?" Am Ende bedankten sich die Zuschauer mit anhaltendem Applaus für das gelungene Rollenspiel, und Krökel belohnte sie mit fünf Zugaben für das - wie er sagte - "Geräusch".

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