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Sparkasse: Beteiligung unerwünscht

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Susanne Tamm

Bad Oldesloe. Als erste Sparkasse Schleswig-Holsteins positioniert sich jetzt die Sparkasse Holstein deutlich gegen die Idee, das Sparkassengesetz zu ändern. Einige CDU- und SPD-Abgeordnete haben die Diskussion angestoßen, künftig auch Beteiligungen Dritter an den öffentlich-rechtlichen Instituten zu ermöglichen.

Sparkasse Holstein fürchtet stärkere Gewinnorientierung zu Ungunsten der Region.

"Eine solche Änderung ist vor dem Hintergrund der aktuellen Finanzkrise, in der sich die Sparkassen als wichtiger Stabilisierungsfaktor präsentiert haben, unverständlich", heißt es in einer Resolution des Instituts.

Die Sparkassen seien zwar nicht nur als Gewinner aus der Finanzkrise hervorgegangen, stünden aber im Vergleich zu den Banken gut da, erläutert Björn Lüth, Sprecher der Sparkasse Holstein. Deshalb gebe es keinen Grund für eine Gesetzesänderung.

Hintergrund: Die Haspa-Holding strebt schon länger einen Einstieg in die Sparkasse Südholstein mit Sitz in Neumünster an. Auch die Sparkasse Südholstein scheint interessiert, ihr Kapital zu stärken. An den vier freien Sparkassen Schleswig Holsteins ist die Hamburger Sparkasse AG (Haspa) bereits mit Anteilen zwischen 15 und 25,1 Prozent beteiligt. Das sind die privatrechtlichen Sparkassen in Lübeck, Mittelholstein, Bordesholm und Bredstedt. Bei den öffentlich-rechtlichen verhindere bisher das Sparkassengesetz eine Expansion der Haspa. "Es kann doch nicht sein, dass wegen der Pläne einer Sparkasse in Schleswig-Holstein eigens das Gesetz geändert wird", kritisiert Reinhard Sager, Vorsitzender des Verwaltungsrats der Sparkasse Holstein und Landrat Ostholsteins.

"Wenn erst einmal ein Zugang geöffnet ist, besteht die Gefahr, dass auch andere Investoren versuchen, sich zu beteiligen", so Lüth. Das hätte für die Sparkassenkunden vermutlich keine direkten Auswirkungen. "Doch die von uns erwirtschafteten Gewinne kommen durch das einmalige Stiftungskonzept der sozialen und kulturellen Entwicklung unserer Region zugute", mahnt Klaus Plöger, stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrates und Stormarner Landrat. Ein möglicher Geldgeber jedoch würde attraktive Ausschüttungen verlangen, die dann nicht mehr in die Region fließen könnten. Im Rahmen dieser Renditeorientierung seien Arbeitsplätze und Standorte in Gefahr. Die Sparkasse Holstein plant, ihre drei Stormarner Stiftungen 2009 mit insgesamt 930 000 Euro zu fördern.

"Gerade in der Finanzkrise hat sich die Stärke des Sparkassen-Sektors bewährt." Reinhard Sager, Vorsitzender des Verwaltungsrates Sparkasse Holstein

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