Das Thema der Kirche

"Siehe, ich mache alles neu."

Die Kirche lebt davon, dass wir uns an ihr beteiligen. Jede Kirchengemeinde ist darauf angewiesen, dass sich Menschen finden, die sie unterstützen und mit Leben erfüllen.

An diesem Sonntag, dem Ersten Advent, haben Sie eine besondere Gelegenheit, sich maßgeblich und wirkungsvoll am kirchlichen Leben zu beteiligen: In unseren Gemeinden wird ein neuer Kirchenvorstand gewählt, also das Gremium, das zusammen mit den Pastorinnen und Pastoren die Gemeinde leitet. Alle Wahlberechtigten - das sind alle Kirchenmitglieder, die das 16. Lebensjahr vollendet haben - können an diesem Tag mit darüber entscheiden, wer in den nächsten sechs Jahren die Verantwortung für Ihre Kirchengemeinde trägt. Und alle, die zur Wahl gehen, machen Gebrauch von einem elementaren demokratischen Recht und unterstützen zugleich ihre Kirchengemeinde: Sie ist auf jede einzelne Stimme angewiesen!

Der Erste Advent ist zugleich ein Einschnitt und Neuanfang: mit diesem Sonntag beginnt ein neues Kirchenjahr. Damit ist nicht nur die Vorweihnachtszeit eingeläutet; die vor uns liegenden vier Sonntage sind ja in besonderer Weise eine Zeit der Vorbereitung und Erwartung - mit steigender Spannung und Vorfreude. Sondern der Neuanfang, für den der Advent steht, ist immer auch ein Bild für die christliche Hoffnung: die Hoffnung, dass die Welt sich verändern kann, die Zuversicht, dass die Trauer nicht das letzte Wort hat. Von dieser Hoffnung lebt der christliche Glaube, der immer ausgerichtet ist auf etwas Neues: "Siehe, ich mache alles neu!"

Das ist der Unterschied zwischen Warten und Hoffen. Wer wartet, bleibt tatenlos und verändert sich nicht. Wer aber Hoffnung hat, macht sich innerlich auf den Weg.

( Propst Matthias Bohl, Kirchenkreis Stormarn )

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