Lokalpolitik

Das Wochenende der Kreisparteitage

Einen Führungswechsel hat die CDU auf ihrem Kreisparteitag am Sonnabend vollzogen. Mit 123 von 125 abgegebenen Stimmen wurde Claus Brandt zum Nachfolger des scheidenden Vorsitzenden Dr. Henning Görtz gewählt.

CDU kürte einen neuen Vorsitzenden, währenddie SPD die Zukunft des Sozialstaats diskutierte.

Görtz hatte nicht mehr kandidiert, da der 41-Jährige zum 1. Dezember hauptamtlicher Bürgermeister in Bargteheide wird.

Mit dem 48-jährigen Brandt übernimmt ein politischer Routinier den Vorsitz der Kreis-CDU. Der Wirtschaftsprüfer und Steuerberater aus Ahrensburg ist bereits seit 1986 Mitglied des Vorstandes. Laut Kreisgeschäftsführer Sven Müller wird es unter seiner Führung Kontinuität, aber auch neue Schwerpunkte geben: "Claus Brandt will die Ehrenamtler in den Ortsverbänden in ihrer Arbeit stärker unterstützen", erklärt Müller. Als Stellvertreter neu gewählt wurden Tobias Koch (für Brandt) und Kirstin Krochmann (für den ausgeschiedenen Sebastian Bigdon). Bestätigt wurden Susanne Pöhls sowie der Glinder Bernd Hengst. Schatzmeister bleibt Uwe Rädisch.

Nur ein paar Kilometer weiter, in Bargteheide, absolvierten zeitgleich die Stormarner Sozialdemokraten einen Sonderparteitag. Er stand unter dem Motto "Die Zukunft des Sozialstaats - alle sollen mit". Angegangen wurde dieses Thema nicht wie gewohnt mit Grundsatzreden und anschließenden Beschlüssen der Delegierten, sondern in Foren. In drei Gruppen diskutierten die etwa 70 Delegierten darüber, wie soziale Sicherheit und Teilhabe in Zukunft gewährleistet werden können, welchen Kern eine aktive Arbeitsmarktpolitik haben muss sowie über die Verantwortung des Einzelnen wie der Gesellschaft, Bildung zu fördern.

Heraus kamen Papiere, aus denen der Kreisvorstand zum einen Vorlagen für den nächsten Landesparteitag im März 2009 erarbeiten muss, die er zum anderen selbst im Sinne der Delegierten umsetzen soll. "Der Parteitag hat dem Vorstand viel Vertrauen entgegen gebracht", sagt Kreisvorsitzender Martin Habersaat. Insgesamt sieht er das Experiment der Foren als geglückt an. "Es haben alle Delegierten intensiv mitdiskutieren können. Das war lebendiger als sonst", so seine Einschätzung. Er wolle weiter mit Foren arbeiten.