Gewerbe

Wendet sich das Blatt für Teppich-Kibek?

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Susanne Tamm

Gewerbegrundstücke an der A 1 sind begehrt: Im Barsbütteler Gewerbegebiet sind sie für einen Quadratmeterpreis von 105 Euro alle verkauft worden. Möglicherweise gibt es jetzt jedoch eine Alternative.

Offenbar darf sich weiteres Gewerbe an der A 1 ansiedeln: Innenministerium und Bürgermeister widersprechen sich aber.

Bürgermeister Thomas Schreitmüller berichtete gestern auf dem Barsbüttler Treffen des Verbandes der Südholsteinischen Wirtschaft, die Landesplanung habe ihre Meinung zum Areal auf der anderen Seite der Autobahn geändert. Dort sei eine Bebauung für Gewerbe möglich.

"Das Innenministerium hat in der Sache noch keine Entscheidung getroffen", hieß es hingegen gestern aus Kiel. Doch Schreitmüller ist zuversichtlich: "Das ist eine Definitionssache. Ich vertraue auf das Wort des Innenministers", sagte er gestern dazu.

Hintergrund: Das sogenannte "Bermuda-Dreieck", das Gelände zwischen der Willinghusener Landstraße und der K 80, dem Zubringer zur A 1, gehört zum Teil der Teppich Kibek GmbH. Geschäftsführer Frank Sachau sucht seit Jahren einen Standort im Osten Hamburgs. In der Konkurrenz zu Kurt Krieger, Geschäftsführer von Möbel-Höffner, siegte allerdings der Möbelriese: Seine Flächen wurden als Gewerbegebiet ausgewiesen, während die Landesplanung einer zweiten Erweiterung einen Riegel vorschob - bisher. Die Aussage einer Zeitung, Kibek sei "kurz vorm Ziel", habe ihn dann allerdings überrascht, sagte Schreitmüller gestern. "Ich denke eher, wir stehen am Anfang eines Weges", beschrieb er die Lage. "Wir haben jetzt die Voraussetzung dafür, dass es sich lohnt, darüber nachzudenken." Er könne sich die Bebauung des Areals vorstellen - ab 2011 - dies bleibe aber eine Entscheidung der Politik.

Schreitmüller stellte klar: "Die Flächen an der A 1 sind so wertvoll, dass wir keine subventionierten Grundstücke abgeben müssen. Schließlich hat es seine Gründe, dass Teppich-Kibek sich bei uns ansiedeln will und nicht in Nordstrand." Er gab zu bedenken, dass ein Teppichhandel viele Quadratmeter benötige, dafür relativ wenig Arbeitsplätze und Gewerbesteuern zu bieten habe. Mit anderen Worten: Die Politik werde die Überplanung von Kibeks Areal an Bedingungen knüpfen. "Da müsste noch anderes Gewerbe her", sagte Schreitmüller. "Wir müssen schließlich an die Vorteile der Gemeinde denken."

Sachau bestätigte gestern ebenfalls, Ministerpräsident Peter-Harry Carstensen habe zugesichert, die Landesregierung habe nichts gegen ein Teppichhaus an der A 1 in Barsbüttel. "Wir können von unserem Grundstück jedoch keine Fläche für anderes Gewerbe abtreten", sagte er. "Die brauchen wir für unser Teppichhaus."

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