Mittelstand ist bestens aufgestellt

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Jörg Ahrent

Südholsteins Wirtschaft hat die Krise noch nicht mit voller Härte getroffen - und wird es vielleicht auch nicht. Denn die vorwiegend mittelständischen Unternehmen in der Region sehen sich bestens aufgestellt. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister ist da nicht ganz so optimistisch, sieht den Staat in der Pflicht, mit Investitionsprogrammen einzugreifen.

Unternehmer sind voller Zuversicht. Wirtschaftsminister sieht aber Handlungsbedarf fürs Land.

Das wurde bei einem Besuch von Dr. Werner Marnette beim Verband der Südholsteinischen Wirtschaft (VSW) deutlich.

Die VSW-Mitglieder sehen die Krisenstimmung zum Großteil noch gelassen. So konstatierte Dr. Henner Buhck, Geschäftsführer der Buhck Umweltservices GmbH & Co. KG mit Sitz in Wentorf, für sein Unternehmen eine gute Auftragslage. "Wir brauchen sogar noch weitere Mitarbeiter", sagte Buhck. Und auch die Finanzierung des Unternehmens stehe auf sicheren Beinen. "Wir haben viel daran gearbeitet, unser Eigenkapital zu stärken und so unsere Liquidität zu verbessern. Insofern spüren wir zurzeit die Finanzkrise nicht." Ähnlich äußerte sich Thomas Ernst, Geschäftsführer des Spirituosenherstellers August Ernst GmbH&Co. KG in Bad Oldesloe. Ernst erwartet für 2009 zwar einen gewissen Konsumeinbruch. "Wir werden trotzdem die Investitionen nicht zurückfahren, keine Mitarbeiter entlassen", ist er sicher.

Als "Gewinner" der Krise sehen sich die Sparkassen im Land. So konnte die Sparkasse Holstein allein im Oktober Einlagenzuflüsse in Höhe von 100 Millionen Euro verbuchen. "Wir wissen gar nicht, wohin mit unserem Geld", sagte Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein. Es gebe aus seiner Sicht für den Mittelstand in der Region keinen Kredit-Engpass.

Wirtschaftsminister Marnette bescheinigt den mittelständischen Unternehmen im Land, dass sie ihre Hausaufgaben bereits gemacht haben. Auch die Tarifpartner hätten durch die Zurückhaltung in den vergangenen Jahren dazu beigetragen, dass die Betriebe gut aufgestellt seien. Trotzdem müsse das Land mit Investitionsprogrammen dafür Sorge tragen, dass neue Beschäftigung erzeugt wird. "Wir werden die Krise auf dem Arbeitsmarkt mit Verzögerung auch zu spüren bekommen", ist er sicher. Sein Ministerium sei deshalb auf der Suche nach Infrastrukturmaßnahmen, die schnell angeschoben werden können.

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