Auf einmal Bürgermeister

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Auch Bürgermeister müssen mal ausspannen. Wenn Oststeinbeks Gemeindeoberhaupt, Karl Heinz Mentzel, Urlaub macht, darf die Verwaltungsarbeit aber nicht ruhen. Darum hat er gleich drei Stellvertreter. An erster Stelle steht seit der jüngsten Kommunalwahl Ende Mai der CDU-Fraktionsvorsitzende Hans-Joachim Vorbeck. Der 62-Jährige ist seit zwei Wochen als Mentzels Urlaubsvertretung im Einsatz.

"Als Vertreter des Bürgermeisters ist man der Bürgermeister", sagt Vorbeck, der am vergangenen Sonntag beim Tag des Ehrenamtes seine erste große Rede stellvertretend für Mentzel im Bürgerhaus hielt. Als sein Ersatzmann ist er selbst Ehrenamtler, wird für seine Arbeitsstunden im Rathaus nicht bezahlt. "Für alles, was passiert, bin ich in dieser Zeit verantwortlich, auch für die Entscheidungen, die zu fällen sind", sagt Vorbeck. Nicht einfach für jemanden, der nicht aus der Verwaltung kommt. Hans-Joachim Vorbeck ist gelernter Bankkaufmann, arbeitet als selbstständiger Unternehmensberater. Er werde aber von den Mitarbeitern der Verwaltung sehr gut beraten, betont er. Diese geben ihm - wie dem hauptamtlichen Bürgermeister auch - Empfehlungen, an denen er sich orientiert. Zu seinen Aufgaben gehört es, Unterschriften zu leisten, wie zum Beispiel gerade bei der Auftragsvergabe des Abrisses vom Gebäude Brückenstraße. "Die Verwaltung hat den Abriss ausgeschrieben, empfiehlt das günstigste Unternehmen, ich muss den Vorgang verstehen, kontrollieren, ob der Zuschlag korrekt ist und ihn abzeichnen", erklärt Ehrenbeamter Vorbeck.

Nach ihm ist Irene Kastner die zweite stellvertretende Bürgermeisterin, gefolgt von Marlene Kupper (CDU) als Dritte im Bunde. Die 62-jährige Kastner ist seit gestern für ein paar Tage die Vertretung der Vertretung - solange Vorbeck beruflich in Freiburg verweilt. Kastner arbeitet zwar auch noch, hat eine Praxis für Psychotherapie, kann sich aber bis zu zwei Stunden am Tag für ihr Ehrenamt abzwacken. Eine ihrer Aufgaben war es gestern, eine Stellungnahme der Gemeinde zur Kreisumlage zu unterzeichnen. Vorbeck hatte in den Tagen zuvor mit Verwaltungsmitarbeitern den Entwurf ausgearbeitet. "Die Arbeit geht Hand in Hand", sagt die Fraktionsvorsitzende der SPD. Wenn sie aber bei einer Entscheidung anderer Meinung wäre, würde sie unter die Vorlage nicht ihre Unterschrift setzen, stattdessen versuchen, Rücksprache mit Mentzel zu halten. Das sei allerdings bisher kaum vorgekommen. Irene Kastner betont: "Ich habe eine Menge über Entscheidungsprozesse gelernt, mache diese verantwortungsvolle Aufgabe gern."

( (sab). )

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